Willkommen beim BUND Kreisverband Vogelsberg

BUND Kreisverband Vogelsberg
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Willkommen beim BUND Kreisverband Vogelsberg

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Kreisverband Vogelsberg setzt sich für den Schutz unserer Natur und Umwelt ein, damit die Erde für alle die auf ihr leben bewohnbar bleibt. Neben den Verbänden in der EU, in Deutschland und den Bundesländern gibt es den BUND auch im Vogelsbergkreis. Interessierte Bürger, passive Mitglieder und aktive Umweltschützer sind gleichermaßen bei uns willkommen. Entweder für die regelmäßige Mitarbeit, gerne aber auch im Rahmen von Kampagnenarbeit für ganz bestimmte Anliegen. Kommen Sie einfach bei uns vorbei, schreiben eine Mail oder stöbern vorerst auf unserer Seite!

Phosphat in Vogelsberger Gewässern

Fakten zur aktuellen Situation

blaue Libelle auf grünem Blatt Libelle am Stausee Angenrod  (Walter Märkel)

Unsere Gewässer sind mit Phosphat belastet. Dieses Phosphat kommt im Wesentlichen in zwei Kategorien vor. Erstens als Ortho-Phosphat (dem Salz der Phosphorsäure), das im Wasser gelöst ist und von den Pflanzen sehr gut aufgenommen werden kann. Zweitens gibt’s  Phosphat als schwerlösliches Polyphosphat und an Partikel gebunden, zum Beispiel an Boden – Partikel. Von dort wird es je nach Wasser- Chemie wieder freigesetzt.

Wofür ist Phosphat nützlich?

Phosphat ist erst mal wichtig für den Knochenstoffwechsel, den gesunden Knochenauf- und umbau. Es wird – auch bei unseren Nutztieren – mit Urin und Stuhl ausgeschieden.

Ansonsten wird es in der Hauptsache genutzt als Dünger, als Enthärter bei Wasch- und Geschirrspülmitteln, als Lebensmittelzusatzstoff z.B. in Cola oder Schmelzkäse, als Korrosionsschutz und Flammschutz.

Wie ist das in Hessen mit dem Phosphat?

Im Großen und Ganzen hat die Phosphatbelastung in den hessischen Fließgewässern in den letzten 20 Jahren deutlich abgenommen. Das Dumme ist: schon sehr kleine Phosphat-Konzentrationen  können in stehenden Gewässern üble Probleme verursachen.

Auch im Vogelsbergkreis ist die Gewässerqualität der meisten kleinen und größeren Fließgewässer in den letzten 30 Jahren deutlich besser geworden. An vielen Stellen kann man wieder die hübschen blauen Prachtlibellen entdecken, und manchmal auch die seltenen Quelljungfern. Das sind Libellen, die nur in sauberen Bächen überleben.

Warum ist Phosphat in Gewässern ein Problem?

Sobald dieses scheinbar saubere Wasser zum Stehen kommt, sehen wir: es sind immer noch zu viele Pflanzennährstoffe drin. Es bilden sich „Wasserblüten“ aus winzigen grünen Algen und Blaualgen – und die Wasserqualität nimmt rapide ab bis hin zum Badeverbot und zum Fischsterben. Beispiele dafür gibt es rings um

hier gehts zum kompletten Text

WD/UB 01.06.2024

Waldwanderung

Waldwanderung zum Himmelbornhäuschen

Der Wald von Ober-Gleen im Klimawandel

„Wir entnehmen deutlich weniger Holz als früher“, resümierte Stephen Marx, Forstanwärter und davor 12 Jahre als Forstwirt tätig. Denn die Förster haben derzeit oft mehr Fragen als Antworten auf die Schwierigkeiten der Waldbewirtschaftung. Den Forstbesuchern, die auf Einladung des BUND Vogelsberg und der Försterei Zell nach Ober Gleen gekommen waren, zeigte der Mann aus der Praxis einige Problembereiche im Revier.

„Es hat uns überrollt!“ – Nach den Windwürfen der 80er Jahre bis 1990, als Fichtenbestände kaputt gingen, habe man auf die Eiche gesezt, so Karl-Heinz Zulauf, Vorgänger von Hermann Wilhelm im damaligen Forstamt Ober Gleen. „Die Eiche ist es – der Baum für’s nächste Jahrhundert!“ So dachte man 1990 und pflanzte auf zerstörten Nadelholzflächen junge Eichenbäume. Jetzt zeigte Stephen Marx am Klohberg die kümmerlichen Reste der 37 Jahre alten Eichenbäume. Der Eichenprachtkäfer hat ihnen den Garaus gemacht. Und der hatte leichtes Spiel - Monokultur auch bei den Eichen und ein sehr trockener Standort waren das Problem. Den Eichenprachtkäfer gab es nämlich schon immer – die Schäden durch ihn hielten sich früher in engen Grenzen.

Auf der anderen Seite des Weges sahen die Waldbesucher intakte Pflanzungen mit Mischwald, auf der kahlen Fläche auch angeflogene Sämlinge von Kirsche und Elsbeere – ein keiner Hoffnungsschimmer!

Ein weiterer Standort – „Seifenhang“ und „Kaff“ - mit geschädigten Eschen machten auf ein anderes Problem aufmerksam: Hier war die Globalisierung Auslöser für die Waldschäden. Eine Pilzart wurde aus Ostasien (wo er ins Ökosystem gehört und angepasst ist) 1992 durch Saatgut und Baumteile nach Polen eingeschleppt, so berichtete Hermann Wilhelm. Dieser Pilz breitet sich mit seinen Sporen über die Luft weiter aus. Nach 10 Jahren waren Eschen in Deutschland befallen, nach 20 Jahren bereits in ganz Europa, sogar auf den Britischen Inseln. Die Forstleute können dagegen aktiv gar nichts unternehmen. Sie hoffen darauf, dass sich Bäume herausbilden und selektieren, die gegen diesen Pilz resistent sind.

Auch bei den Buchen waren Trockenheit und erhöhte Sonneneinstrahlung ursächlich für das Absterben eines 76 Jahre alten Bestandes am Mehlbacher Kopf. Hier spielten der trockene Südhang, Löcher im Kronenbereich und dadurch erhöhte direkte Sonnenbestrahlung eine Rolle. Denn die Buchen mit ihrer dünnen Rinde können Sonnenbrand bekommen, die Rinde fällt ab, Pilze bekommen Eintrittspforten. Auf der besuchten Fläche war eine Verjüngung zu beobachten: kleine Buchen hatten sich selbst ausgesät und waren angewurzelt. Aber: „Prognose unklar“ – meinten die Forstleute.

An den Standorten entwickelten sich heftige Diskussionen um mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Situation. Mehr Feuchtigkeit im Waldboden zu halten, dafür sollen aktuell angelegte Rückhaltebecken im Gelände helfen. Ein Teilnehmer plädierte für das Belassen von Totholz, das noch Schatten bietet und beim Vermodern Feuchtigkeit im Waldboden hält. Monokulturen werden zukünftig auch bei Laubholz vermieden werden. Weniger Holzeinschlag hilft, Kronendächer dicht zu halten und die Sonneneinstrahlung zu reduzieren. So wird auch die Beschattung verbessert und das kühl-feuchte Waldklima erhalten.

Als Zukunftsbäume wurden von Stephen Marx die Pappel benannt, aber auch Wildbirne und Wildkirsche, Elsbeere, Winterlinde und Ahorn. Von exotischen Baumarten wurde eher abgeraten. Zu groß ist die Gefahr, dass weitere Schädlinge eingeschleppt werden. Ob Baumarten aus Südeuropa sich rasch genug anpassen können, sei nicht klar – Walnüsse und Edelkastanien seien durch Fröste in unseren Breiten gefährdet, sagte Förster Hermann Wilhelm, der zusammenfasste:

„Unsere bisherigen Erfahrungen sind für die Katz’“ – die Klimaänderungen hätten zu nie geahnten Überraschungen und Schwierigkeiten geführt. Und man müsse weiter experimentieren, Dinge ausprobieren und neue Erfahrungen in der veränderten Situation machen. „Und ob wir in 30 Jahren immer noch wirtschaftliche Ziele im Forst verfolgen, ist nicht sicher. Vielleicht ist dann der Walderhalt die einzige Zielsetzung.“

Das Abschlussgrillen fand am idyllischen Himmelborn-Häuschen statt, das 1910 als Jagdhaus erbaut worden war und um 1980 restauriert und so der Nachwelt erhalten wurde.

U.B. 05.05.2024

 

Flächenphotovoltaik im Vogelsberg

Pressemitteilung des BUND Kreisverbands Vogelsberg

Bürgerdialog in Rülfenrod Bürger diskutieren über mögliches PV-Gelände bei Rülfenrod  (U.B.)

Goldgräberstimmung für Photovoltaik- BUND fordert Mehrwert für Natur und Bürger.

In Berlin soll nächste Woche das Solarpaket 1 beschlossen werden – und Alsfeld plant 12 Hektar Photovoltaik neben der Autobahn. „Fast meint man, es gibt eine „Goldgräber-Stimmung“ im Vogelsberg“ so Ursel Bernbeck für den BUND im Vogelsberg. „Der BUND Vogelsberg fordert den Ausbau mit Augenmaß: Vorrang für Solarmodule auf Dächern! Ackerflächen weiter für die landwirtschaftliche Nutzung! Und wenn Freiflächen-Photovoltaik, dann nur mit Mehrwert für Natur und Bürger! Die weit klügere Variante für Photovoltaik-Nutzung ist und bleibt die Installation von Solar-Modulen auf ohnehin versiegelten Flächen: Dächer, Industriehallen, Supermärkte, Parkplätze. Da sind riesige Potentiale noch ungenutzt!“

Und ihr BUND-Kollege Wolfgang Dennhöfer ergänzt: „2023 haben wir (gemeinsam mit den Verbänden NABU und HGON) eine detaillierte Stellungnahme zum geplanten Windpark in Gemünden – Rülfenrod verfasst. Wir verlangen darin zum Beispiel, dass die Module maximal 50 % der “Sondergebietsfläche“ überdecken dürfen. Das ist gut für den Schutz von Vögeln, Insekten und anderen Kleintieren – vorausgesetzt auf den Freiflächen blühen einheimische Kräuter. Und damit die Anlagen von Schafen beweidet werden können, sollte die Unterkante etwa 1 m hoch sein. Solche Konzepte können funktionieren, wir wissen zum Beispiel von der riesigen Solarfläche bei Schloss Eisenbach, dass dort inzwischen deutlich mehr Feldlerchen brüten als auf den Äckern, die vorher da waren. Und natürlich ist die Nutzung als AGRI-PV-Fläche (Doppelnutzung) eine gute Sache -wo immer das möglich ist.

Ohne einen gewissen Anteil an „Freiflächen-Photovoltaik“ wird, so die Einschätzung des BUND, der rasche Ausbau erneuerbarer Energien nicht zu machen sein: Wind, Sonne und Biogas helfen, dass wir unseren Planeten nicht weiter sinnlos mit Kohle, Öl und Erdgas beheizen. Was wir vermissen, ist die Abkehr von einer wachstumsbesessenen Wirtschaft. Immer noch steigt unser Energiebedarf an, die Folgen dürfen wir unseren Enkeln nicht zumuten.

Aber egal wie wir persönlich diese grundsätzlichen Fragen einschätzen: das Baugesetzbuch hat Fotovoltaikanlagen 200 m links und rechts der Autobahn privilegiert – d.h. wenn sich Investoren und Grundstückseigentümer einig sind, dann haben die Gemeinden vor Ort nur wenig mitzureden. Anders sieht es aus, wenn vor Ort ein Bebauungsplan nötig ist. Wie wir erfahren wird z.B. die Stadt Alsfeld in Kürze über eine ca. 12 ha große Planung an der A5 beraten. Diese Planung geht deutlich über den 200 m Streifen an der Autobahn hinaus. Dank städtischer Unterstützung erhalten die Projektierer mit der Verdoppelung der Fläche eine deutlich verbesserte Wirtschaftlichkeit für ihre Planung. Dieser Vorteil sollte z. B. im Rahmen eines städtebaulichen Vertrages zu einem Mehrwert für die Stadt Alsfeld und ihre Bürger genutzt werden können. Die Bereitstellung von Flächen zur Energiegewinnung muss zum Standortvorteil für die Stadt Alsfeld werden. Dazu gehören eine möglichst nachhaltige, umweltverträgliche Planung und Vorteile für gewerbliche und private Stromkunden in Alsfeld. D. h. der vor Ort hergestellte Strom soll so weit als möglich vor Ort verbraucht werden, und zwar zu günstigen Preisen. (Aus der Gemeinde Feldheim in Brandenburg wird von 13,5 Cent pro Kilowattstunde für die Endkunden berichtet - Quelle Energieverbrauch.com; https://www.energieverbraucher.de/de/start__2229/NewsDetail__19063/)

Wir erzeugen im Vogelsbergkreis etwa dreimal so viel Strom wie wir verbrauchen, Alsfeld z.B. hat ca. 5% der Fläche mit Windenergieanlagen belegt, Photovoltaikprojekte entlang der Autobahn werden folgen. Wir sollten daher zusehen, dass wir Standards durchsetzen, die zum Vorteil für Mensch und Natur taugen und die Maßstäbe setzen für vergleichbare Projekte.

Die flächensparendste und effektivste Erzeugung von erneuerbarem Strom bietet immer noch die Windkraft – gefolgt von Photovoltaik. Biogasanlagen, die aus Mais-Monokulturen gespeist werden, haben den höchsten Flächenbedarf. Eine gute Sache ist aber Biogas, das Gülle- und Abfall-Vergärung entsteht. Dieses Gas ist ein prima Ergänzung zu Wind- und Sonnenenergie. Solche Speicherkapazitäten gibt es noch viel zu wenig, denn was nutzen sonst Überschüsse von Strom am sonnigen, windigen Mittag für windstille Nächte?

UB/WD 17.04.2024

Eine-Erde-Camp 16.-23.08.2024 am Zeltplatz Eckmannshain, Ulrichstein, (14-27 Jahre)

Vielfältige workshops, buntes Abendprogramm!

Die BUNDjugend macht tolle Arbeit - und hat Spaß dabei.
Im Januar war es die BUNDjugend, die in Hessen für die große Demo “Wir haben es satt“ geworben hat und die Reise nach Berlin samt Übernachtung organisiert. Sie schreiben uns: „…Das Eine- Erde- Camp findet in diesem Jahr wieder im Vogelsberg statt, vom 16. bis zum 23. August in Eckmannshain. Das Thema: WAS BEWEGT DICH?
Teilnahme von 14-27 Jahren, Kosten 120-195 € (nach Selbsteinschätzung), Ermäßigung möglich, mehr unter: www.erde – retten.de. „Wie gelingt die Mobilitätswende? Nachhaltiges Reisen, mach dich auf den Weg!

Freuen könnt ihr euch auf kreative und aktive Workshops, auf Lagerfeuerabende, Musik und Tanz und eine Woche Auszeit mit Kontakt zur Natur im Vogelsberg.“
Vom BUND-Vogelsberg ist besonders Isabel Merle bei der Vorbereitung dabei.

https://www.bundjugend.de/ 

Bodenatlas 2024

Daten und Fakten über eine lebenswichtige Ressource

Bodenatlas Bodenatlas  (BUND Hessen)

Mit diesem Atlas wollen wir auf eine Ressource aufmerksam machen, die bei der Bewältigung vieler globaler Krisen eine Schlüsselfunktion innehat: unsere Böden. Böden sind unsere Lebensgrundlage. Und doch stehen sie selten im Rampenlicht der gesellschaftlichen und politischen Debatte. 

Denn weltweit hungern immer mehr Menschen. Das Ziel, den Hunger bis 2030 zu überwinden, ist in weite Ferne gerückt. Für Menschen in ländlichen Regionen ist der Zugang zu gesunden, fruchtbaren Böden ein zentraler Faktor, um sich aus Hunger und Armut zu befreien. Durch den einseitigen Fokus auf Mineraldünger können sehr saure Böden in manchen von Hunger besonders betroffenen Weltregionen bestimmte Nährstoffe wie Phosphor nicht mehr richtig aufnehmen, was zwangsläufig zu einer geringeren Nahrungsmittelproduktion führt.

Böden sind außerdem sehr wichtig für Klimaschutz und Klimaanpassung. Werden sie nicht nachhaltig bewirtschaftet, setzen sie große Mengen klimaschädlicher Treibhausgase frei. Eine nachhaltige Nutzung von Böden trägt hingegen dazu bei, dass sie mehr Wasser speichern können. 

Böden sind nicht nur lebenswichtig, sondern auch eine begrenzte Ressource: Durch das Bevölkerungswachstum steht jedem Menschen immer weniger Land zur Verfügung. Böden sind daher vielfach auch umkämpft. Das weltweite Wachstum der Städte führt zu immer mehr Bodenversiegelung. Häufig sind besonders fruchtbare Böden betroffen, da sie der Grund für die ersten menschlichen Ansiedelungen waren.

Investitionen in landwirtschaftliche Böden durch Kapitalgesellschaften erschweren es neuen und kleineren landwirtschaftlichen Betrieben, Land zu erwerben oder zu pachten. In Afrika, Asien und Lateinamerika entwurzelt „Landgrabbing“ lokale Gemeinschaften.

download: www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/ressourcen_und_technik/Bodenatlas-daten-fakten-ressource-boden-2024.pdf

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