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BUND Kreisgruppe Vogelsberg

Hier sind die Neuigkeiten des BUND Vogelsberg

Der Vogelsberg ist bunt.

Biodiversität im Garten

BUND-Mitglied Martin Krauß meldet voll Stolz den Nachweis einer Rote-Liste-Art in Lauterbach:

Der Bunte Kirschbaum-Prachtkäfer (Anthaxia candens) wird auf der Verbreitungskarte von kerbtier.de in Deutschland noch auf 25 Stellen in Deutschland angeführt, wobei einige Nachweise aber schon Jahre alt sind. Eine dieser 25 Stellen ist – nun schon das 2. Jahr, also kein reiner Zufallsfund (26. Mai 2018 und 31 Mai 2019) - der Hinterhof in Lauterbach.

Die Kirschbaum-Prachtkäfer leben vier Jahre als Larven unter der Rinde von Süßkirschen (manchmal auch in Sauerkirschen). Und zwar besonders dort, wo die Rinde geschädigt ist, z. B. an einem  Aststummel  - wieder ein Argument für ein bisschen Unordnung im Garten und natürlich für die alte Streuobstwiesen.

Ökomodellregion Vogelsberg

Im Vogelsbergkreis ist der Anteil an extensiv bewirtschaftetem Grünland bereits relativ hoch. Jetzt soll auch der Anteil an ökologischem Ackerbau erhöht werden. Der Vogelsbergkreis erhält zur Unterstützung der Umsetzung seiner Entwicklungskonzepte als Ökolandbau-Modellregion einen Personalkostenzuschuss für das Projektmanagement für zwei Jahre von bis zu 75 Prozent der Personalkosten, maximal 50.000 Euro pro Jahr. Die Grüne Umweltministerin Priska Hinz hat am 26.06.2018 die Gewinnerlandkreise aus dem Wettbewerb zur Ausweitung der Ökomodellregionen (ÖMR) in Hessen bekannt gegeben. 12 von 21 hessischen Landkreisen sind Ökomodellregionen, das entspricht fast zwei Dritteln der gesamten Landesfläche. Hessen bekleidet mit 13,5 Prozent Ökoanteil an der landwirtschaftlichen Fläche bundesweit einen Spitzenplatz und ist auf dem Weg, Deutschlands erstes Ökomodellland zu werden. Einen Spitzenplatz in Hessen nimmt der Vogelsbergkreis mit einem Anteil von 22 Prozent ökologisch bewirtschafteter Fläche ein. Damit übertrifft er schon jetzt den im Ökoaktionsplan Hessen angestrebten Flächenanteil von 20 Prozent. Der Vogelsberg hat 46 Prozent landwirtschaftliche Fläche 3,5 Prozent der Erwerbstätigen im Vogelsberg arbeiten in der Landwirtschaft.

Die ÖMR bieten durch eine bessere Vernetzung zwischen Produzenten, Verarbeitern, den Märkten und damit auch den Verbraucherinnen und Verbrauchern ein großes Potenzial, den Ökolandbau weiter zu stärken. So lassen sich neue Produkte oder neue Vertriebswege etablieren und erfolgreich vermarkten.

Der neu eingestellte  Projektkoordinator, Mario Hanisch, hat die Arbeit für die Ökomodellregion Vogelsberg aufgenommen. Ein BUND-Mitglied war am 23.05.2019 zu einer „Arbeitskreis-Veranstaltung“ ins AWLR (Landwirtschaftsamt) eingeladen worden und ist als Naturschützer im „Steuerungskreis“. Der Eindruck des Diplom Biologen: Trotz Behördenlastigkeit war es ein guter Auftakt, viele Öko-Bauern, davon erfreulich viele junge, waren anwesend. Es herrschte eine gute Stimmung.

Es wurde gefragt, was die Naturschutzverbände für Ideen für das Projekt haben. Folgende Ideen kamen den BUND-Mitgliedern:

Die Vermrktung von mehr pflanzlichen Produkten sollte voran getrieben werden. Es kann nicht sein, dass im gesamten Vogelsberg (also nicht nur die Höhenlagen) nur als Weideland dienen können. Es gibt im Vogelsberg kaum Gemüsebauern. Wie soll das einhergehen mit dem Wunsch zu mehr regionalen und pflanzlichen Nahrungsmitteln? Der Hauptbestandteil auf unserem Speiseplan sollte Obst und Gemüse sein. Außerdem ist es nicht ökologisch bzw. nachhaltig, Unmengen an tierischen Produkten zu konsumieren. Von der Gesundheit ganz zu schweigen. Wenn Fleisch, dann sollte es natürlich nicht aus Massentierhaltung stammen.Ein Beispiel wäre ein naturschutzfachlich optimiertes Weidemanagement. Außerdem ist eine mobile Schlachtung bzw. mehr Hausschlachtungen denkbar, damit die langen Transportwege zum Schlachter den Tieren erspart werden.

Man könnte Synergie-Effekte bei Öko-Landwirtschaft und Naturschutz fördern – und nicht „nur“ die Vermarktung pur, denn Biodiversität, Bodenschutz, Wasserschutz etc. sind erstens Werte „an sich“ – zweitens sind Erfolge/Anstrengungen  auf diesen Gebieten gute „Werbebotschaften“. Neben der Verringerung von Pflanzenschutzmitteln sollte die Überdüngung gestoppt werden. Bauern könnten Anreize dazu bekommen. Es gibt auch Ansätze wie die "pestizidfreien Kommunen", dass städtische Ackerflächen nur an Bauern verpachtet werden mit der Auflage, dass kein Glyphosat & Co. eingesetzt wird. Bei dem Thema Biodiversität könnte man die Vernetzung der einzelnen Schutzgebiete/Büsche/Blühstreifen etc. miteinbeziehen (war bei dem Vortrag in Lauterbach über das Messensterben der Insekten und anderen Tierarten gut erläutert).

Wenn man auf den Wochenmärkten tatsächlich Regionales kaufen könnte und nicht exotisches Gemüse vom Großhändler, wäre es nachhaltig. Bei vermeindlichen Sorten aus Deutschland muss man genau nachfragen. Bioprodukte fehlen dort komplett (zumindest in Alsfeld). Leider können die meisten dort gar nicht einkaufen, weil sie zu der Uhrzeit berufstätig sind, wo der Markt stattfindet. Immerhin bekommt man dort die Produkte verpackungsfrei. Es ist nicht nachhaltig, wenn man zu jedem Produzenten im Hofladen oder anderswo hinfährt, ein bestimmtes Produkt kauft und dann die nächsten abklappern muss. Ansätze einer Verbraucher-Erzeuger-Gemeinschaft von Moritz Schäfer gibt es bereits. Für eine SoLaWi waren es bisher nicht genug Interessenten, die mithelfen wollten. Schade, denn es waren Abholstationen geplant, wo man relativ flexibel seine Ration abholen könnte.

Um das Thema zugänglich rüberzubringen, könnte man einen Filmabend veranstalten z.B. mit dem Film "Die Wiese - Ein Paradies nebenan".Film-Abend mit "Die Wiese – Ein Paradies nebenan ".

 

 

Am 27. Juni 2019 um 13:30 ist die Auftaktveranstaltung „Ökomodellregion Vogelsberg“ auf dem "Sonnenhof" der Familie Hampel in Schotten.

Repaircafé führt zu weniger Ressourcenverbrauch

Aus dem Billertshäuser Klimagipfel im Jahr 2015 entwickelte sich ein Repariercafé. Wahrscheinlich ist es einzigartig im Vogelsbergkreis. Mehr als 40 Male haben sich seit der Gründung des Repariercafés bereits Menschen im Billertshäuser Pfarrhof oder im Jugendraum getroffen - dort wird je nach Wetterlage an jedem letzten Samstag im Monat getüftelt, beraten, ausgebessert und repariert, aber auch beisammengesessen, denn die Billertshäuser nehmen das Wort "Café" durchaus ernst. "Wir haben ein Team aus Reparateuren und ein Team für das leibliche Wohl", erzählt Dr. Ursula Bernbeck. Sie hält die organisatorischen Fäden in der Hand und führt handschriftlich ein kleines Büchlein, in dem für jedes Treffen vermerkt ist, wer zum Reparieren gekommen ist, wer welchen Kuchen mitgebracht hat, wie viele Besucher mit und ohne Reparaturen da waren. Neben einer bunten Auswahl der Billertshäuser Backkunst und einer durchaus stattlichen Zahl an durchgeführten Reparaturen sind darin auch allerlei Kuriositäten vermerkt. "Das ungewöhnlichste Gerät, das wir hier bisher zum Reparieren hatten, war ein Sperma-Auftaugerät für Veterinäre", berichten die Reparateure. Auch ein Uhrenaufziehgerät fand mit seinem Besitzer den Weg nach Billertshausen, hiermit waren die Tüftler - in der Regel ruheständige Handwerker und Techniker - mehr als zwei Stunden beschäftigt, bis sie herausfanden, dass ein Riemen fehlte, den sie mit einem Haushaltsgummi ersetzen konnten.

In der Regel bringen die Menschen hier die verschiedensten Haushaltsgeräte vom Staubsauger bis zum Thermomix mit, dazu alte Stühle, Bollerwagen und andere Einrichtungsgegenstände. Die Elektriker und Schreiner aus dem Reparierteam haben somit alle Hände voll zu tun und nicht selten können sie hinterher Erfolg verkünden. Auch kleine textile Ausbesserungsarbeiten an Kleidung oder Gardinen werden im Repariercafé angeleitet und wer möchte, kann hier auch das Strümpfestopfen lernen.

"Wir sehen, dass die Menschen so langsam die Nase voll haben von der Wegwerfgesellschaft", so Pfarrer Walter Bernbeck, der sich gemeinsam mit den Tüftlern des Reparier-Teams über die Entwicklung eines kleinen Tools freut, das es ihnen nun ermöglicht, Küchengeräte eines bestimmten Herstellers, die man eigentlich nicht öffnen kann, zu öffnen und zu reparieren. "Wir hoffen, dass wir bald dahin kommen, dass elektrische Geräte und andere Gegenstände wieder einfacher zu reparieren sind", äußert Ursula Bernbeck eine Hoffnung, mit der sie längst nicht mehr allein dasteht: Im Herbst letzten Jahres nahm die Ärztin an einem Vernetzungstreffen von Reparatur-Initiativen teil und konnte von dort viele Impulse mit in den Vogelsberg bringen. "Es gibt ganz tolle Initiativen, die man natürlich in erster Linie im Netz findet", so ihre Empfehlung für alle, die ihr "Recht auf Reparatur" einfordern und wahrnehmen wollen. "Das geht unter weact.campact.de/petitions/recht-auf-reparatur, außerdem kann man auf Websites wie 'IFIXIT' kostenlose Reparaturhandbücher für so gut wie alles runterladen oder Ersatzteile und Werkzeuge erstehen." Weitere Informationen gab es dort zu vielen Themen, beispielsweise zu "Kritischen Rohstoffen", wie die Seltenen Erden. "Es ist an der Zeit, dass wir uns mit den Ressourcen, die wir haben, beschäftigen und sie nicht mehr gedankenlos verschwenden", werben die Mitstreiter im Repariercafé für mehr Bewusstsein: "Jedes Jahr das neueste Handy zu kaufen, ist doch nicht nötig." Und das gilt für viele Dinge, die vom Hersteller oft schon auf eine verkürzte Lebensdauer hin entwickelt wurden, die sogenannte "geplante Obsoleszenz" (konstruierte Kurzlebigkeit). Ihr und auch den natürlichen Ausfallerscheinungen von Geräten und Gegenständen aller Art wird man auch in Zukunft in Billertshausen zu Leibe rücken. Dafür wünschen sich die Verantwortlichen gerne noch ein paar junge Leute, die frisches Wissen mitbringen. "Toll wäre es, wenn wir jemanden hätten, der Handy-Bildschirme reparieren könnte", macht Eleonore Hansel vom Repaircafé-Team. Eine neue Rubrik hat sich seit Bestehen des Cafés schon von selbst entwickelt: Eine kleine Gruppe Frauen widmet sich dem Upcycling und macht aus alten Dosen Blumenübertöpfe, filigrane Dekoration aus alten Büchern und aus Sektkorken Elfenstühle. Gern gesehen sind im Repariercafé auch Menschen, die ein wenig Gesellschaft suchen. "Man muss nicht unbedingt etwas kaputtmachen, damit man sich zu uns gesellen kann", lacht Karin Born, die sich federführend im Café-Betrieb engagiert. Die Möglichkeit, im Ort eine Begegnung zu schaffen, ist ein gewollter und schöner Nebeneffekt des Repariercafés.

Neben dem Repariercafé ist auch der kleine Weltladen, den es schon seit über drei Jahrzehnten im Billertshäuser Pfarrhaus gibt, ein weiteres Zeugnis des fairen und nachhaltigen Handelns. Und weil das alles so einen guten Eindruck macht und darüber hinaus auch noch im Alltag mit jeder Menge Leben gefüllt ist, wurde die Kirchengemeinde Billertshausen/Zell Ende letzten Jahres bereits mit dem Zertifikat "Faire Gemeinde" bedacht - und das ganz ohne langen Zertifizierungsprozess. Verliehen wird das Zertifikat vom Zentrum Ökumene in Kooperation mit den Evangelischen Landeskirchen von Kurhessen-Waldeck und Hessen und Nassau - zunächst für zwei Jahre, dann wird wieder nachgefragt, ob die rührige Gemeinde ihre Selbstverpflichtungserklärung noch einhält. Und das soll natürlich so bleiben, auch wenn sich Walter Bernbeck im Sommer in den Ruhestand verabschiedet. Es sind viele Grundsteine dafür gelegt, berichtet das Evangelische Dekanat Vogelsberg.

 

Ein BUND-Mitglied neben Frau Bernbeck schaute am 04.05.2019 auch vorbei. Es gab Waffeln mit Kirschen, Eis und Sahne und Streuselkuchen. Alle Generationen waren vertreten. Die erfahrenen Herren hatten allerlei Werkzeug dabei. Sogar eines, welches extra angefertigt wurde, um eine Kaffeemaschine zu öffnen, welche mit herkömmlichen Schraubenziehern nicht zu öffnen war. Die Hersteller lassen sich einiges einfallen, damit man möglichst schnell neue Gegenstände kauft.

Nachdem der Toaster, der ebenfalls einen Stift in der Schraube hatte, geöffnet war, probierten die ehrgeizigen Helfer den Defekt zu verstehen. Der Toaster rastete nicht ein und blieb nur angeschaltet, wenn man den Regler manuell runterschob. Das Handrührgerät eines namhaften Herstellers ging ebenfalls nicht einfach zu öffnen. Erstaunlich, dass das bei einem 20 Jahre alten Gerät auch schon nicht ging. Nachdem die Reparateure erfuhren, dass das Gerät stinkt, stellten sie fest, dass der Motor vermutlich durchgeschmort ist und es keinen Sinn habe. Diese Küchengeräte waren also nicht zu retten. Währenddessen wurde jedoch ein Fahrrad, ein Fernseher, ein DVD-Player, Stehlampen usw. unter die Lupe genommen und auch teilweise erfolgreich repariert. Selbst wenn es keinen Erfolg hat, weiß man wenigstens, dass man alles getan hat, um das Gerät zum Laufen zu bringen. Dann kann man es getrost zum Recycling bringen, zweckentfremden etc.

Neben den meist männlichen Reparateuren saßen die Frauen und machten Upcycling. Aus alten Aludosen wurden Kerzenhalter. Aus Sektkorken mit Draht kleine Stühlchen. Aus Milchtüten Tasschen. Es wurde geknüpft und gebohrt. Tolle Exemplare von Büchern, die mithilfe einer Schablone geschnitten wurden, sodass 3D-Muster bei dem aufgeklappten Buch entstehen, konnte man betrachten.

Außerdem ist das Repaircafé einfach ein schöner Treffpunkt für Jung und Alt - ob aus Billertshausen oder von weiter weg.

Alsfeld blüht

Am 30.4. haben zwei Mitglieder des BUND-Vogelsberg vor dem Eingang des Tegut-Marktes in Alsfeld ihre Tische aufgebaut und mit Info-Material über Insektensterben und andere umweltrelevante Themen bestückt. Es wurden Tüten mit Blühstreifen-Samen, der uns vom Imker-Verein und vom Bauernverband zur Verfügung gestellt wurde, an die Vorbeieilenden verschenkt. Die Resonanz war überaus positiv. Viele Gartenbesitzer und einige Landwirte haben bereits Bienenweiden angesät. Andere haben gerne den Samen entgegengenommen und wollen ihn auch an Verwandte, Freunde oder Nachbarn weitergeben, wenn sie selbst keinen Garten oder Balkon haben.

Die Blumensamen können mittlerweile ausgesät werden und sollten anfangs bewässert werden. Schon bald werden die Insekten wie Schmetterlinge, Hummeln & Co. fröhlich durch den Garten fliegen.

Auch auf städtischen Grundstücken tut sich etwas. Wer aufmerksam durch die Stadt gelaufen ist, hat bestimmt die Blumenkübel in der ganzen Stadt und die Blühstreifen beim Spielplatz in den Erlen entdeckt, die letztes Jahr angelegt wurden. Jetzt hat der BUND in Zusammenarbeit mit dem städtischen Bauhof weitere Blühstreifen angelegt. Entlang den Wegen im Goethepark wurde die Erde umgegraben und die Samen gleichmäßig verteilt. Man kann gespannt auf die Blumenpracht sein.

Diese Maßnahmen stärken das Bewusstsein für das Insektensterben und die Bewahrung der Artenvielfalt im Allgemeinen. Daneben ist es allerdings noch wichtiger, dass mehr ökologische Landwirtschaft betrieben wird, wo nicht jegliches Leben außer die angebaute Art vernichtet wird von Spritzmitteln. Die Blühstriefen am Ackerrand sind aber schonmal ein Anfang.

Verteilung von Blumensamen

Stand auf dem Alsfelder Bauern- und Spezialitätenmarkt

 

Am 20.04.2019 betreuten zwei BUND-Mitglieder einen Stand auf dem Alsfelder Marktplatz und machten auf das Insektensterben aufmerksam. Es herrschte großes Interesse an den selbst abgefüllten Päckchen mit einem Blumenmix, der insektenfreundliche Arten beinhaltet. Die Kinder kamen auch nicht zu kurz und hatten die Möglichkeit, ihre Lieblingsblumen zu malen oder einen Luftballon zu ergattern. Es lagen viele Flyer aus und man konnte sich Infos über die Aussaat der Blumenmischung holen. Viele Interessenten waren durchaus mit dem Thema vertraut und hatten zum Teil bereits Blumenwiesen.

Das Repaircafé gibt es auch im Vogelsberg

Jahreshauptversammlung und Film "The Green Lie" (Die Grüne Lüge)

Am 16.11.2018 fand die diesjährige Jahreshauptversammlung in dem urigen Lichtspielhaus in Lauterbach statt. Neben den Formalien wurde über die Projekte im Jahr 2018 berichtet und mithilfe einer Präsentation untermalt. Der Vorstand wurde gewählt und dann war es auch schon soweit: Es kamen immer mehr Besucher und wollten sich den Film "The Green Lie" anschauen.

 

Aus der Perspektive von Dokumentarfilmer Werner Boote und der deutschen Autorin Kathrin Hartmann, die sowohl eine Rolle als Konsument als auch als Journalist einnehmen, wird der Film erzählt. Auf einer Gala, bei der der Nachhaltigkeitspreis verliehen wird, stellen die beiden unangenehme Fragen und entlarven das Greenwashing, also das aufgesetzte Image, ein umweltfreundliches, nachhaltiges Unternehmen zu sein.

Zunächst wird beim Einkauf nicht darauf geachtet, dass die Produkte nicht von Konzernen stammen, die Palmöl verwenden, doch dann reisen sie in die betroffenen Länder und ihr handeln wird immer umweltfreundlicher. Auf einer Hersteller-Messe wirkt es schon fast komisch, dass die Stände mit Palmen und Orang Utans geschmückt sind. Sogar Urwaldgeräusche kann man aus den Boxen hören. Doch das Lachen bleibt einem spätestens bei den Bildern des abgebrannten riesigen Urwaldes, auf denen Palmölplantagen entstehen sollen, im Halse stecken. Schwarzer Boden so weit das Auge reicht. Die Einwohner erlitten Atemnot.

Herr Boote und Frau Hartmann schauen sich einen Berg aus Müll an, den ein Künstler angehäuft hat. Heutzutage gebe es nur noch Schrott, der kaum repariert werden kann. Sie machen sich bewusst, wie viel unnötige Dinge man doch kaufen kann und dass weniger mehr ist.

Mehrere Jahre nach der Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon auf den Stränden am Golf von Mexiko gibt es noch Spuren der Ölpest, obwohl BP versprach, alles zu säubern . Sie haben jedoch nur eine Chemikalie gespritzt, damit das Öl von der Oberfläche verschwindet und in die Tiefen sinkt. Dementsprechend schlecht ist der Fang der Meerestiere und Kinder spielen sorglos am Strand, obwohl ernsthafte Gesundheitsschäden von den Ölbrocken ausgehen. Herr Boote fährt mit seinem tollen neuen Elektroauto durch die Gegend, doch Frau Hartmann macht ihm diese Freude zunichte, da nicht die Ursachen angepackte werden und auf öffentlichen Personennahverkehr umgesattelt wird, sondern weiterhin versucht wird, mit halbwegs umweltfreundlichen Produkten im Sinne der Lobbyiesten Gewinne zu machen. Auf dem Areal von RWE staunen sie über die halbe Mondlandschaft und amüsieren sich über die paar Windräder, die ein klarer Fall von Greenwashing sind. Passend zur möglichen kompletten Rodung des Hambacher Walds ist der Film aktuell. Der Film appeliert zur Energiewende.

Kurz wird noch auf die Enteignung von Land eingegangen, um darauf Soja für die steigende Nachfrage nach Fleisch anzubauen. Der hohe Wasser-, Flächen und Energieverbrauch von Fleisch wird angesprochen.

Am Ende treffen sie den Kern des Problems: Die Festhaltung am System Kapitalismus. Da versteht selbst Herr Boote, dass sich grundlegend etwas ändern muss. Der Verbaucher kann zwar in gewisser Weise Firmen dazu bewegen, ihr Angebot anzupassen, doch man kann nicht von jedem verlangen, dass er sich intensiv mit bio, fair, regional, saisonal etc. auseinandersetzt. Vorgaben müssen von der Politik kommen.

Der Film hat auf unterhaltsame Art schwierige Themen angesprochen immer mit Bezug auf den Zuschauer und was er selbst ändern kann.

Am Ende konnten sich die Besucher noch am Infotisch mit Flyern eindecken und sich austauschen.

Film "The Human Scale" mit Diskussion - von Weltstädten in die Region

„Unser Thema ist: Wie wollen wir leben? Wie soll unsere Stadt in Zukunft aussehen? Deshalb haben wir zum Beispiel auch die Stickoxid-Messungen am Ludwigsplatz initiiert, und deshalb wünschen wir uns sehr, dass sich viele Bürger an der Planung für den Alsfelder Marktplatz beteiligen“, begrüßte Philipp Balles vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) am 24.10.2018 die Gäste im Kinocenter Alsfeld. Rund 90 Besucher waren der Einladung des BUND und des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) zur gemeinsamen Veranstaltung gefolgt.

Mehr zu dem Film, der gezeigt werden sollte, erfuhren die Besucher von Mirjam Kneußel, die bei der Veranstaltung den ADFC vertrat: „Unser Film ‚The Human Scale‘ ist der Einstieg in die Diskussion über unsere Stadt. In New York gestalten die Bürger den Times Square um – und wir arbeiten mit unserem ,Radbegehren‘ an einem menschlichen Verkehrskonzept für unsere Stadt.“

 

 

Chongqing (China), Kopenhagen und Siena, Dhaka (Bangladesch), Melbourne und Christchurch, Metropolen in China und USA waren Stationen der Reportage rund um die Welt. Die Rollen der Bösewichte und der Guten waren im Film mit Städteplanern besetzt. Die einen wollen hunderte von Rikschafahrern ins Elend stürzen, damit die teuren Importautos ungestört im Stau stehen können. Die anderen ermutigen Passanten, Anwohner und Ladenbesitzer, sich klar zu werden: Wie soll unsere Stadt oder ein Platz wie der Times Square (New York) in Zukunft aussehen? Was brauche ich wirklich – für meinen Laden, für meinen Weg zur Arbeit, für das Miteinander mit meinen Freunden? Als weniger Fahrspuren für Autos und mehr Platz für Fußgänger geschaffen wurde, begegneten sich die Menschen plötzlich und unterhielten sich bei wenige Hektik auf dem Times Square, den man nun wirklcih Platz nennen konnte. Egal, ob am lauten Times Square, im quirligen Dhaka (Bangladesch) oder in Christchurch (Neuseeland): Überall traten Menschen auf den Plan, um „ihre“ Stadt mitzugestalten. Solche „Bürgerplanungen“ mit dem Menschen als Maßstab kosten Zeit und machen Arbeit. Aber wie der Städteplaner Jan Gehl erkläre: „Menschenfreundliche Stadtplanung ist nicht teuer.“

Im Anschluss an den Film seien die meisten Gäste der Aufforderung von Dr. Wolfgang Dennhöfer gefolgt und versuchten in der Diskussion den Bogen aus den Metropolen in den Vogelsberg zu spannen.  Beispielsweise wurden die Fahrradboxen in Romrod-Zell gelobt, da so der Fahrradverkehr mit dem ÖPVN vernetzt wird. Andererseits hat sich ein Besucher geäußert, dass von der Politik viel weniger Geld in den Fahrrad- als in den Autoverkehr investiert wird. Auf Alsfeld bezogen war aufgefallen, dass zumindest die Radwege zu den Schulen ausgebaut werden sollten und dass der Marktplatz momentan nicht einladend ist mit Autoverkehr und sperrlichen Bänken, auf denen man wie auf dem Präsentierteller sitzt. Jedoch hat sich auch eine Gewerbetreibende zu Wort gemeldet und äußerte die Bedenken, dass weniger Kunden kommen würden, wenn die Parkplätze wegfallen. Umfragen zum Thema Marktplatzgestaltung laufen.

Nahverkehrsplan - im Gespräch mit hr4

Unter diesem Link kann man sich das Interview von hr4 mit Matthias Pippert zum Zugfahrplan der HLB (Hessischen Landesbahn) anhören.

Nahverkehrsplan Vogelsberg

Gut funktionierender Nahverkehr mit Bus und Bahn sind das Lebenselexier für die Entwicklung unserer Region. Der Bund für Umwelt-und Naturschutz stellt deshalb seine 30 seitige Stellungnahme zum aktuellen Nahverkehrsplan vor.

Der BUND ist ein Umweltverband. Trotzdem beschränkt sich die Stellungnahme nicht auf die Umweltauswirkungen des Verkehrs, z.B. dessen Klima-Wirksamkeit. Verkehrspolitik – hier die Weichenstellung für den ÖPNV in unserer Region - ist eine Schnittstelle von Ökologie, regionaler Wirtschaft und sozialem Miteinander. In Kurzform sagt unsere Stellungnahme (anklicken, um die pdf-Datei anzusehen): Eine Zukunftsperspektive für den ÖPNV im Vogelsberg und Mittelhessen ist unbedingt notwendig. Es gilt nicht nur, den ökologischen und demographischen Problemen zu begegnen; Ziel ist vielmehr, die Zukunft unseres ländlichen Raums  mutig zu gestalten. 

Fahrradfreundliche Orte im Vogelsberg ?!

Im September hat der ADFC-Fahrradklimatest gestartet, der BUND unterstützt diese Umfrage. 

Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2019 präsentiert. Ausgezeichnet werden die fahrradfreundlichsten Städte und Gemeinden nach sechs Einwohner-Größenklassen sowie diejenigen Städte, die seit der letzten Befragung am stärksten aufgeholt haben. Die Umfrage ist eine gute Möglichkeit, wichtige Signale zur Verbesserung der Verkehrssituation in der bewerteten Stadt zu senden. Also Lauterbach, Alsfeld oder anderswo. 

In diesem Jahr ist Familienfreundlichkeit des Radverkehrs das Schwerpunktthema. Bei der Online-Umfrage werden 32 Fragen zur Fahrradfreundlichkeit gestellt - beispielsweise, ob das Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, ob Radwege von Falschparkern freigehalten werden und ob sich das Radfahren auch für Familien mit Kindern sicher anfühlt.

An der Umfrage teilnehmen können alle, egal, ob sie jung oder alt sind, ob sie viel oder wenig Rad fahren, ob sie mit dem Rad zum Job pendeln oder lieber ins Grüne fahren – je vielfältiger die Teilnehmenden sind, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse.

Die Umfrage findet zwischen dem 1. September und dem 30. November 2018 über die Internetseite www.fahrradklima-test.de statt. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2019 präsentiert. Ausgezeichnet werden die fahrradfreundlichsten Städte und Gemeinden nach sechs Einwohner-Größenklassen sowie diejenigen Städte, die seit der letzten Befragung am stärksten aufgeholt haben. 

Vortrag zu biozyklisch-veganem Anbau beim veganen Brunch im Freiwilligenzentrum

Der Vortrag von Anja Bonzheim (Biozyklisch-Veganer Anbau e.V.) zur biozyklisch-veganen Landwirtschaft beim veganen Brunch im Freiwilligenzentrum im Klostergarten Alsfeld wurde auch vom BUND besucht. Es ging dabei um die Frage, wie Landwirtschaft ohne Tiere, die für wirtschaftliche Zwecke genutzt werden, funktioniert und warum wir Menschen uns dafür einsetzen sollten.

In der Pressemitteilung von Animal Rights Watch Ortsgruppe Vogelsberg heißt es, „Biozyklisch-veganer Anbau ist ein Beitrag zum Klimaschutz und zur Welternährung. Höhere Erträge werden durch eine verbesserte Bodenfruchtbarkeit mithilfe von Humuserde aus pflanzlichem organischem Material und eine effizientere Flächennutzung möglich. Umstellungsinteressierte Betriebe können sich nach den biozyklisch-veganen Richtlinien kontrollieren und von einer Bio-Kontrollstelle zertifizieren lassen“, erklärte Bonzheim. Sie berät und unterstützt Betriebe, die auf eine nutztierfreie Landwirtschaft umstellen wollen.

Biozyklisch-Veganer Landbau

In der biologischen Landwirtschaft nehme die Zahl der Betriebe ohne eigene Tierhaltung zu. Dort seien enge Stoffkreisläufe wichtig und der Verzicht auf synthetische Düngemittel, Pestizide und gentechnisch veränderte Organismen. Im biozyklisch-veganen Landbau werden darüber hinaus keine Tiere zu wirtschaftlichen Zwecken gehalten und auch keine Produkte aus Tierhaltung oder -schlachtung verwendet, wie Mist, Gülle, Knochen-, Blut- oder Hornmehl, Haarpellets und vieles mehr. Eine möglichst regionale Erzeugung und Vermarktung, Ressourcenschonung und Förderung der Artenvielfalt werden angestrebt.

Anja Bonzheim machte auch deutlich, dass unsere derzeitige typisch westliche Ernährung dem Klima mehr schadet als der gesamte Verkehr. Tierischer Dünger sei bei genauer Betrachtung ineffizient, da die Tiere viel Energie verbrauchen, um Gülle als Düngung zu erzeugen. Diese sei außerdem problematisch, da Antibiotikarückstände nicht auszuschließen und Nitrat-Auswaschungen an der Tagesordnung seien – mit den bekannten Schäden für unser Grundwasser und die Oberflächengewässer. Da biozyklisch-vegane Betriebe keine Exkremente oder Körperteile von Tieren auf ihre Flächen ausbringen, bestehe kein Risiko, dass antibiotikaresistente Keime aus der Tierhaltung auf die Felder gelangen.

Auf rein pflanzlicher Grundlage zu wirtschaften schone Umwelt und Ressourcen und vermeide zudem die Ausbeutung von Tieren. Die Bodenfruchtbarkeit lasse sich auch ohne sogenannte Nutztiere erhalten oder aufbauen. So sei der bio-vegane Anbau die Landwirtschaft der Zukunft für Um- und Mitwelt und für uns Menschen.

In Griechenland hat biozyklisch-veganer Anbau Tradition

Dass der biozyklisch-vegane Landbau funktioniert, beweisen seit vielen Jahren bio-vegan ausgerichtete Betriebe. In Griechenland wirtschaften bereits 60 kleinbäuerliche Betriebe nach den biozyklisch-veganen Richtlinien und exportieren ihre Produkte nach ganz Europa. Da landwirtschaftliche Betriebe in Griechenland Pflanzenbau und Tierhaltung traditionell getrennt haben, sind die dortigen Ackerbaubetriebe bereits seit langer Zeit darauf ausgelegt, ohne tierlichen Dung zu arbeiten. Deren Wissen können andere Landwirte nutzen, die auf die biozyklisch-vegane Erzeugung umstellen möchten. Der Verein Biozyklisch-Veganer Anbau e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, in Deutschland Betriebe für diese tier- und umweltfreundliche Art des Landbaus gewinnen.

Die schweizerische Bio-Pionierin Mina Hofstetter betrieb und propagierte bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts vegetarischen Bio-Landbau. Einer der bekanntesten bio-veganen Betriebe, der Gärtnerhof Bienenbüttel, wirtschaftet seit über 35 Jahren auf trockenem Heideboden sehr erfolgreich ohne tierische Düngemittel. Nach Angaben von ProVeg (ehemaliger Vegetarierbund Deutschland) hat die Anzahl der vegan lebenden Menschen in Deutschland zwischen 2008 und 2016 von 80.000 auf 1,3 Millionen zugenommen. Und der Trend halte weiter an. Dazu gebe es nach Angaben des Marktforschungsinstituts Skopos ein Potenzial von knapp zehn Millionen Menschen, die sich zukünftig ohne Fleisch, Eier und Milchprodukte ernähren möchten.

Zusammenfassend erklärte die Master-Absolventin in Öko-Agrarmanagement Biozyklisch-vegan angebaute Lebensmittel seien gut für die Gesundheit: Keine Antibiotikarückstände oder Keime aus Gülle und Schlachtabfällen, dafür nährstoffreiche, vitale Pflanzen. Sie betonte auch die Verbesserung derBodenfruchtbarkeit bei biozyklisch-veganen Anbau beispielsweise durch Gründüngung, Zwischenfrüchte, das Mulchen von Kleegras und die großflächige Verwendung von Humuserde. Zudem böten biozyklisch-vegan bewirtschaftete Flächen vielen Mikroorganismen und Wildtieren ideale Lebensbedingungen. Die Artenvielfalt steige durch weite Fruchtfolgen, Mischkultur, schonende Bodenbearbeitung sowie das Anlegen von Hecken und Blühstreifen. 

Beitrag zur Nachhaltigkeit - Müllsammelaktion

Der BUND Kreisverband Vogelsberg hat anlässlich des Tags der Nachhaltigkeit am 01. September eine Müllsammelaktion gemacht. Insgesamt zogen vier Gruppen los, um zu Fuß und mit dem Rad verschiedene Orte in Alsfeld schöner und sauberer zu machen. Neben dem üblichen Unrat fanden die Teilnehmer zwischen dem Schützenrain und der Marburger Straße ein Handy und hunderte Schnapsflaschen. Im Bereich Klostermauerweg und Krebsbach entdeckten die Sammler Batterien, sehr viele Zigarettenstummel und auch Hundekot. Insgesamt kamen einige Müllsäcke und Unmengen an Altglas zusammen – innerhalb von weniger als zwei Stunden. Die Fahrradanhänger mussten zwischenzeitlich geleert werden.

Die freiwilligen Müllsammler präsentierten an der Stadthalle ihre Sammel-Ergebnisse. Sie lernten etwas über Plastikvermeidung und über Up- und Recycling. Ein Mitglied des BUND Vogelsberg führte weiterhin aus: „Man kann kreativ die ausgedienten Dinge umfunktionieren. Auch Reinigungsmittel und Kosmetik können bereits mit wenigen Hausmitteln und Düften selbst zusammengerührt werden.“ Die Interessierten konnten sich im Anschluss u. a. eine Bambuszahnbürste und feste Seife anschauen und sich sogar Rezepte zum Selbermachen mitnehmen.

Im gemeinsamen Austausch herrschte Einigkeit darüber: Für Kleidung und Verpackung sind Naturmaterialien wie Baumwolle Kunststoffen vorzuziehen. Ganz ohne zusätzliche Verpackung geht es auch, wenn man eigene Behälter mitnimmt. Die örtlichen Einzelhändler bieten teilweise bereits an, die Ware in Kundenverpackungen zu füllen.

Es wurde überlegt, wie die Stadt nachhaltig sauber bleiben kann und welchen Beitrag jeder Einzelne leisten kann. Eigenverantwortliches Handeln und das Aufstellen von Mülleimern, zum Beispiel am Schützenrain und an anderen Plätzen in der Innenstadt sind dabei nur zwei Lösungsansätze. Gemäß dem Motto: „Global denken, lokal handeln“ kann ein jeder durch sein Verhalten dazu beitragen, Ressourcen und Umwelt zu schonen. 

Besuch des Vogelsberggartens in Ulrichstein

Am 24. August haben einige Mitglieder des BUND Vogelsberg die höchstgelegene Stadt in Hessen besucht und bei einer Führung vieles über die heimischen Pflanzen gelernt. Man konnte interessante Heil- und Giftpflanzen und Kräuter entdecken. Neben einem alten Bauerngarten gab es eine Parzelle mit alten Getreidesorten z.B. Einkorn sowie Dinkel und Amaranth. Den Blick konnte man von der Burgruine aus zur Amöneburg und noch weiter schweifen lassen. An den Seiten des Weges gab es eine Goldhaferwiese, Schaafe und Ziegen.

1031 Unterschriften für das Alsfelder Radbegehren

Sichere Radwege in Alsfeld, mehr Fahrradparkplätze, ein durchgehendes, innerstädtisches Radverkehrsnetz und vieles mehr: Mit diesen Forderungen starteten die Umwelt- und Mobilitätsverbände ADFC, BUND und VCD die Fahrradkampagne „Alsfelder Radbegehren“ und riefen zum Unterschriften sammeln auf – und dabei bekamen insgesamt 1031, die am Samstag an den Alsfelder Bürgermeister übergeben wurden.

„Es braucht eine deutliche Verbesserung für Fahrradfahrer in Alsfeld“, erklärte Mitinitiator Philipp Balles vom BUND auf dem Alsfelder Marktplatz vor den fast 100 Beteiligten. Um die Verbesserung zu erlangen, habe man das Alsfelder Radbegehren aufgesetzt und dort die acht wichtigsten Forderungen zusammengefasst. Innerhalb von nur vier Wochen, wurden mit Unterschriften Unterstützer gesucht und die gesamte Liste – mit immerhin 1031 Unterschriften – an den Alsfelder Bürgermeister Stephan Paule übergeben.

Zuvor aber, trafen sich alle Beteiligten und Unterstützer der Aktion an der Alsfelder Stadthalle, um dort gemeinsam mit einer von der Polizei begleiteten Fahrraddemo durch Alsfelds Straßen zu fahren. Stops gab es beispielsweise an besonders markanten Stelle in der Stadt, um nochmals auf die Probleme für Radfahrer hinzuweisen.  Das waren die Schillerstraße z.B. die Schiller- und Volkmarstraße.

Wie wichtig es den Alsfeldern ist, dass eben diese Schwachstellen im Radverkehr der Stadt behoben werden, das zeigte sich beim Treffpunkt auf dem Marktplatz, als Wolfgang Dennhöfer vom BUND das Wort ergriff, darauf hinwies, dass sich in der Stadt noch einiges für Radfahrer tun müsse und nochmal hervorhob, wie wichtig den Alsfeldern das Mitspracherecht in dieser Sache sei.

Dem setzte auch der Bürgermeister nichts entgegen, ganz im Gegenteil: Er freute sich über die gelebte Demokratie in der Stadt. Dennoch entgegnete der Rathauschef, dass sich bereits einiges getan habe in Alsfeld und weiteres schon in Planung sei. Doch auch das ändere nichts an der Luftverschmutzung, war sich Paule sicher. „Selbst wenn kein Alsfelder mehr sein Auto nutzt, werden die Stickoxidwerte sich nicht ändern“, entgegnete Paule. Das sahen einige Beteiligte der Fahrraddemo anders, denn mit dem Alsfelder Radbegehren würden Rahmenbedingungen geschaffen, die das Fahrrad fahren in der Stadt wieder attraktiv uns sicher machen würden – und dadurch ließen sich überflüssige Stickoxide in der Luft vermeiden. 

Damit Herr Bürgermeister Paule an das Radbegehren erinnert wird, wurde ihm ein goldenes Fahrrad übergeben bzw. unter das Rathaus gekettet.

Bei Klick auf das Bild öffnet sich der Download für die PDF "Alsfeder Radbegehren"

Offizielle Messungen in der Schellengasse

Genau an der Stelle in der Schellengasse, an der im Februar im Rahmen der Stickstoffdioxid-Messaktion der Deutschen Umwelthilfe (DUH) die Messröhrchen angebracht wurden, werden jetzt offizielle amtliche Messungen vorgenommen. Die Probennahme wird für mindestens ein komplettes Jahr vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), Dezernat Luftreinhaltung und Immissionen durchgeführt und monatlich ausgewertet. Für die Untersuchung werden die gleichen Passivsammler verwendet wie bei der vorangegangenen Messung, die vom gleichen Labor in der Schweiz ausgewertet werden. Dadurch ist eine gute Kontinuität der Messung gewährleistet. 

Stickoxidmessung in Alsfeld - höchster Wert in Hessen

Hier kann eine Stellungnahme des BUND und VCD eingesehen werden:

Ergebnisse der Stickoxidmessung

 

Rehkitz-Rettungsaktion

Einladung
zum dritten Runden Tisch zum Thema Kitzrettung am Donnerstag, dem 29.03.2018 in Lauterbach


Sehr geehrte Damen und Herren,


nun ist es schon ein Jahr her, seit wir uns zu unserem ersten Kitzrettungstreffen mit Info und Brainstorming trafen.
Sie alle möchten wir deshalb zu einem dritten Runden Tisch einladen, den aktuellen Stand der Dinge zu besprechen sowie weitere Maßnahmen für die kommende Mähsaison 2018 zu erörtern.


Das Treffen findet statt am
Donnerstag, dem 29. März
um 19:30 Uhr
im Posthotel Johannesberg
Bahnhofstraße 39
36341 Lauterbach


Die Tagesordnung finden Sie auf der folgenden Seite.
Wir sind stark aufeinander angewiesen, auf reibungslose Kommunikation, Ihre Erfahrungen, Ihren Einsatz und besonders auf Ihr Feedback.
Deshalb hoffen wir auf Ihre Teilnahme und freuen uns auf Ihr Kommen.


Mit herzlichen Grüßen
Ihr Orga-Team
Hans-Ullrich Weidner
Katharina Jacob
Barbara Bausch


Tagesordnung


für den Runden Tisch zum Thema Kitzrettung am Donnerstag, dem 29.03.2018 in
Beginn 19:30 Uhr in 36341 Lauterbach


1. Begrüßung
2. Kurze Vorstellungsrunde der Anwesenden
3. Rückblick auf die vergangene Mähsaison, Vorstellung der neuen Website

Konnte aus dem ersten Treffen bereits Hilfreiches mitgenommen und umgesetzt werden?
Wie gut funktioniert die Kommunikation zwischen Landwirten, Jägern, Helfern?
4. Die Drohne – besser als Ihr Ruf
Als erfahrener Drohnenpilot und -verleiher informiert Jörg Fuchs über Möglichkeiten und Grenzen dieser Technologie, die uns im vergangenen Jahr sehr gute Dienste leistete.
5. Tipps und Tricks für Kitzrettung – Erfahrungen von Annette Pfeil
Annette Pfeil, ein „alter Hase“ auf dem Gebiet der Kitzrettung, teilt ihre Erfahrungen mit uns, gibt Tipps und Ratschläge, weiß, wo sich unerwartete Fallen auftun können.
6. Nicht so laut vor Jericho: Inge Schmitt informiert über akustische Vergrämungsmittel. Schmitt arbeitet seit langem erfolgreich mit verschiedensten und nicht überall Bekannten Geräten, die das Wild mit Geräuschen vertreiben.
7. Erfahrungsaustausch, Informationen für die nächste Saison
8. Offizielle Verabschiedung
9. Freies Gespräch 

Virtueller Vortrag über Waschbären und deren Jagd

Kaum ein Tier ist derzeit so umstritten wie der Waschbär. Seit den 30er Jahren ist er hier in Deutschland zu Hause, inzwischen nicht mehr wegzudenken. Er teilt sich mit uns den Lebensraum, zuweilen sogar das Haus. Wer ihn sieht, muss ihn einfach lieben, wer ihn unfreiwillig in Untermiete hat, lernt schnell, ihn zu hassen. Inzwischen ist er in Hessen jagdbares Wild, einige möchten ihm sogar die Schonzeit absprechen.

Wie man es schaffen kann, in Ortschaften friedlich mit diesem pfiffigen und flexiblen Neubürger zu leben, war Thema eines Vortrags von Katharina Jacob, der in Zusammenarbeit von TiNa, sowie den Kreisverbänden des NABU und BUND am Freitag, dem 09.03.2018, 19 Uhr im Kulturcafé Fliegende Ente präsentiert wurde. Jacob nahm ihre Zuschauer mit auf einen virtuellen Waschbärspaziergang, auf dem neben Biologie und Historie des Tieres Möglichkeiten vorgestellt wurden, wie man den Kleinbären in seiner Schranken verweist, sodass ein friedliches Miteinander möglich ist. Eine örtliche Dachdeckerfirma hat zudem eine Auswahl an Gegenständen zur Verfügung gestellt, die der Absicherung des Hauses gegen die Kletterkünstler dienen. Interessierte konnten sich über die Geräte informieren. Im Anschluss an den Vortrag gab es die Möglichkeit zum freien Gespräch mit Fragen, Kritik und Anregungen.

Waschbärexkurison in Lauterbach - Umstrittenes Thema

"Man kommt um das Bejagen nicht herum - aber man sollte ihnen auch ihren Lebensraum lassen." Diese Schlussfolgerung zog die Lauterbacher NABU-Naturführerin Katharina Jacob, als sie am Freitagabend eine Exkursion zu Stellen leitete, wo sich gerne Waschbären aufhalten. Außer dem NABU hatten auch der BUND und der Tier- und Naturschutzverein Unterer Vogelsberg zu dieser Führung eingeladen. Lebende Waschbären bekam man freilich nicht zu sehen, denn die haben gerade Winterruhe und sind zudem nachtaktiv.

Katharina Jacob hatte wenigstens Fotos von Waschbären dabei, die sie bei Schloss Eisenbach aufgenommen hatte. Seit 1934 breiten sich die Kleinbären in Deutschland aus, unter anderem waren einst welche aus Pelztierfarmen ausgebrochen, wie die NABU-Vertreterin schilderte. Bis 70 Zentimeter groß und neun Kilogramm schwer können Waschbären werden, sie bekommen zwei bis vier Junge pro Wurf. Wie bei anderen invasiven Arten gelte, so Jacob: Erst sind es nur ein paar, dann vermehren sie sich und irgendwann vermehren sie sich sprunghaft.

Wie viele dieser Tiere im Vogelsbergkreis leben, kann man nur schätzen. Verlässlich sind die Abschusszahlen: Knapp 3000 Exemplare verzeichnete diese Statistik im Jagdjahr 2016/2017 für den Vogelsbergkreis - inklusive der in Fallen gefangenen und auf Straßen überfahrenen Tiere. Entlang der Lauter, wo die Exkursion begann, scheinen sie sich wohlzufühlen. Zum einen, weil Leute ganze Brotlaibe und andere Nahrungsmittel im und am Fluss entsorgen. Ferner sind die kleinen Bären Allesfresser und nicht wählerisch. Ein Fehler sei es, streunenden Katzen Futter herauszustellen, denn auch das zieht diese Tiere an. Ebenso attraktiv auf Waschbären wirken relativ ungesichert im Freien stehende gelbe Tonnen sowie Bio-Tonnen, in denen sie so manchen Leckerbissen finden können. Oft werde es den guten Kletterern auch zu leicht gemacht, in die Häuser vorzudringen. Der größte Irrtum schlechthin sei es indes, die Tiere anzufüttern, denn das, erläuterte Jacob, nehme ihnen jede Scheu vor den Menschen.

In der Natur bestehe die Nahrung hauptsächlich aus Regenwürmern, Schnecken, Obst und Beeren, aber auch Eier, Jungvögel, Kröten und Fledermäuse verschmähen sie nicht. Die Exkursion führte weiter in Richtung Hainig. In den dortigen Feldgehölzen lebt Niederwild. Und wenn Waschbären Rebhuhngelege plündern, dann verstehen auch Tier- und Naturschützer keinen Spaß mehr, wie Katharina Jacob schilderte. Ein Höhepunkt der Exkursion war eine Hütte auf einem Gartengrundstück am Hainig, in die Waschbären eingedrungen waren und die sie ziemlich verwüstet hatten. Die Veranstaltung endete im Posthotel Johannesberg, wo auch Gerätschaften heimischer Dachdeckerbetriebe gezeigt wurden, mit denen man Häuser gegen die Kletterkünstler absichern kann. Eine weitere Veranstaltung zum gleichen Thema fand am Freitag, 9. März, ab 19 Uhr im Kulturcafé "Fliegende Ente" in Birstein-Völzberg statt. Um Voranmeldung wird gebeten. Der Eintritt war frei, Spenden erwünscht. 

Radverkehrskonzept Alsfeld

Verbesserungen für den Radverkehr in Alsfeld - Konzeptionelle Vorschläge

Vorbemerkung

In den letzten Monaten hat es mehrere Treffen engagierter Alsfelder Radfahrerinnen und Radfahrer gegeben, zu denen der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) eingeladen hatten. Dabei kam es zu einem umfassenden Erfahrungsaustausch zu allen wichtigen Aspekten des Fahrradfahrens in Alsfeld, von der Ausschilderung über den Zustand der Straßen und Wege bis hin zu Fragen der radfahrfreundlichen Atmosphäre in der Stadt. Im Ergebnis der Diskussionen sind die folgenden Vorschläge für Hauptrouten des Radverkehrs in der Kernstadt und grundsätzliche Forderungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für Radfahrer/innen erarbeitet worden.

Hauptrouten für den Radverkehr

1.) Verbindung Kreiskrankenhaus – Innenstadt

Um diese wichtige Verkehrsverbindung für den Radverkehr sicherer zu machen, werden zwei Maßnahmen als geeignet angesehen: Die Einrichtung von ausreichend breiten Radfahrstreifen (mindestens 1,50m Breite) in die jeweilige Fahrtrichtung und Tempo 30 (ggfs. als Zonenregelung) in der Schwabenröder Straße.

Im Bereich des breiten Fußwegs und der Parkplätze vor der Post am Ludwigsplatz muss eine Möglichkeit geschaffen werden, dass Radfahrer dort langfahren und im Anschluss die Ampel über die Schellengasse mitbenutzen können. Der obere Teil der Obergasse soll für den Radverkehr geöffnet werden. Von dort besteht die Möglichkeit über den Weg „Hinter der Mauer“ in die eine Richtung und die „Hofstatt“ in die andere Richtung die Fußgängerzone zu umfahren, aber trotzdem Ziele in der Innenstadt problemlos zu erreichen. Die Ausschilderung muss entsprechend angepasst werden.

2.) Verbindung Krankenhaus – In der Au – Schwimmbad – Schulzentrum Krebsbach

Die Radfahrerinnen und Radfahrer in Alsfeld wünschen sich eine klare Lösung für den Radverkehr in der Ernst-Arnold-Straße, besonders in Richtung „In der Au“, weil dadurch die Einkaufsmärkte gut erreichbar sind. Im oberen Bereich muss dazu eine eindeutige Regelung hinsichtlich der kaum noch erkennbaren Radfahrstreifen und der Ausschilderung für einen Radweg getroffen werden. Insbesondere in den unteren Kreuzungsbereichen (Einmündungen: Wilhelm-Leuschner-Straße usw.) und den Zufahrten zu den Einkaufsmärkten muss der Vorrang für den Radverkehr klar gekennzeichnet sein. Diese klare Regelung zur Führung des Radverkehrs muss auch im weiteren Verlauf in der Löbergasse geschaffen werden. Von dort besteht die Möglichkeit, das Schwimmbad zu erreichen. Über den Weg am Erlenteich vorbei, erreicht man sicher die Altenburger Straße. Hier muss die Fußgängerampel zur Überquerung der Altenburger Straße für den Radverkehr geöffnet und der bestehende Radweg ausgebaut werden. Um die Schulen sicher erreichen zu können, sollte der Eigentümer des Geländes des Parkplatzes des Schulzentrums dazu angehalten und dabei unterstützt werden, den Fahrweg in solch einen Zustand zu versetzten, dass es dem Radverkehr möglich ist, den Weg ebenfalls gefahrlos zu nutzen. Bessere, d.h. sichere und möglichst überdachte Fahrradabstellanlagen an diesem Schulstandort würden die Attraktivität der Fahrradbenutzung für die Schüler/innen deutlich erhöhen.

3.) Verbindung Bahnhof – Schulzentrum Schillerstraße – Schulzentrum Krebsbach

Die Fahrrad fahrende Schülerschaft, die den Standort Schillerstraße erreichen muss, sollte über die Straße „Am Lieden“, die Altenburger Straße und die Jahnstraße geleitet werden. Die Schillerstraße muss verkehrsberuhigt werden, mit dem Ziel Konflikte zwischen Auto- und Fahrradverkehr zu vermeiden. Die Situation ist zu Stoßzeiten absolut unübersichtlich und gefährlich für Fuß- und Radverkehr. Da der Stadthallenparkplatz großzügig Parkmöglichkeiten bietet, sollte in der Schillerstraße mindestens ein einseitiges Parkverbot eingerichtet werden. Die Einbahnstraße muss beidseitig für den Radverkehr geöffnet werden. Die Straßenbreite ist dafür mehr als ausreichend und wenn das Parken dort nicht mehr möglich ist, wird die Situation entschärft und übersichtlich. Das Einfahrtverboten-Schild hindert die radelnden Schüler nicht an der Einfahrt. Wichtiger ist daher vielmehr, die Autofahrer auf den entgegenkommenden Radverkehr hinzuweisen.

Um eine gute Verbindung beider Schulstandorte zu schaffen und die Sicherheitslage der Fahrrad fahrenden als auch der laufenden Schülerschaft zu verbessern, ist die Einrichtung einer Fahrradstraße in der Jahnstraße sinnvoll. Dies erleichtert es auch, dem Radverkehr aus Liederbach und Romrod die Schulen und die Innenstadt sicher zu erreichen (Durch den Weiterbau des Radwegs zur Pfefferhöhe als Anschluss an den Radweg nach Romrod ist von dort erhöhter Radverkehr zu erwarten). Die Jahnstraße ist eine zentrale Straße für den Radverkehr. Besonderes Augenmerk muss dabei auf den Kreuzungsbereich mit der Bürgermeister-Haas-Straße gelegt werden, damit die Radler/innen diese sicher queren können (Ampelregelung?). Zudem ist es sinnvoll, die Jahnstraße und die Straße „In der Krebsbach“ für den Autoverkehr als Einbahnstraße auszuschildern. Das würde auch die gefährliche und unübersichtliche Lage in den Stoßzeiten nach Schulschluss deutlich entschärfen.

4.) Musikerviertel - Marburgerstraße – Innenstadt

Um aus dem Musikerviertel die Innenstadt sicher zu erreichen, wird der Radverkehr am sichersten parallel zur Hochstraße durch die Schubertstraße geleitet. In der Marburger Straße müssen die Parkplätze im oberen Teil wegfallen. Die Situation ist ähnlich wie in der Schwabenröder Straße (siehe erster Punkt), sowohl Tempo 30 im gesamten Bereich der Marburger Straße als auch Schutzstreifen, wenn die Straßenbreite dies zulässt, wären möglich. Die Innenstadt wird von dort am sichersten über den Bahnhofsvorplatz und die Straße „Am Lieden“ erreicht.

Von oben her ist der Bahnhof gut zu erreichen, wobei es weiterhin als sinnvoll angesehen wird, die Gleise barrierefrei direkt von der Marburger Straße aus oder über den Übergang am Güterbahnhof zu erreichen. Von unten über die Martin-Kober Straße müssen der von oben kommende Autoverkehr auf den linksabbiegenden Radverkehr hingewiesen werden. An der Kreuzung Alicestraße muss ein sicherer Überweg zum Herkulesmarkt geschaffen werden.

Alle Einbahnstraßen im Musikerviertel müssen für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet werden.

5.) Schwabenröder Straße – Herkulesmarkt – Bahnhof

Um von der Schwabenröder Straße zum Herkulesmarkt bzw. zum Bahnhof zu kommen, muss eine für den Radverkehr sichere Lösung gefunden werden. Als weniger problematisch erscheint dabei eine Verkehrsführung vom Herkulesmarkt über die Martin-Kober-Straße zum Bahnhof bzw. weiterführend zum Radweg nach Leusel. Zwischen der Schwabenröder Straße und dem Markt scheint der vorhandene Straßen- und Gehwegraum ausreichend, um einen Radfahrstreifen/Schutzstreifen für Radfahrer und extra Fahrradampeln zu schaffen. Ggfs. wäre die Anlage eines kombinierten Fuß-/ Radwegs auf dem bestehenden Gehweg, gekoppelt mit einer Fuß/Radampel denkbar.

6.) Innenstadt-Herkulesmarkt

Um vom Herkulesmarkt auch in die Altstadt sicher mit dem Fahrrad kommen zu können, ist hier ebenfalls eine Neugestaltung mit entsprechenden Ampelschaltungen nötig.

7.) Verbindung Altenburg – Innenstadt - Krankenhaus

Um den vielfältigen Sicherheitsbedürfnissen der „schwächeren“ Verkehrsteilnehmer/innen hier gerecht zu werden (Stadtschule, Bürgergarten), muss in der Volkmarstraße wieder Schritttempo eingeführt werden. Gleichzeitig wäre die Öffnung für den Radverkehr in beide Fahrtrichtungen wieder möglich, weil durch die reduzierte Geschwindigkeit die Gefahr von Unfällen an den Engstellen stark vermindert wird. Langfristig gesehen müssen die Engstellen durch bauliche Maßnahmen abgebaut werden.

In Richtung Innenstadt muss es dem Radverkehr ermöglicht werden, die Fußgängerzone über die Vietorgasse zu queren. Von dort besteht die Möglichkeit, über die Rittergasse zum Marktplatz und von dort in den östlichen Teil der Stadt zu kommen, oder über die Sackgasse und den Schnepfenhain in die Lutherstraße zu gelangen. Durch die Verbindung „Hinter der Mauer“, der Öffnung der Ampel und des Fußwegs vor der Post ist das Krankenhaus über die Schwabenröder Straße sicher erreichbar.

In der Fortführung dieser Streckenführung stadtauswärts ist eine veränderte Radwegeführung in der Altenburger Straße geboten. Der beidseitig befahrbare kombinierte Fuß- und Radweg ist im Großteil der Strecke viel zu eng. Das ist nicht mit der Straßenverkehrsordnung vereinbar.

8.) Verbindung Ludwigsplatz – In der Au bzw. Löbergasse

Durch Öffnen der Einbahnstraßen „Im Grund“ kann der Einkaufsbereich „In der Au“ sicher erreicht werden. Dabei muss die Sicherheit des linksabbiegenden Radverkehrs auf der Schwabenröder Straße auf Höhe der „Neuen Apotheke“ gewährleistet sein. Gegenüber dem Autoverkehr, der aus „Im Grund“ in die Schwabenröder Straße einbiegen will, muss die Radverkehrsregelung klar gekennzeichnet werden, so dass er sich so einordnen kann, dass es nicht zu Konflikten mit dem Radverkehr kommt, der die Einbahnstraße in die Gegenrichtung benutzt.

Zudem könnte die Erreichbarkeit des Bereichs Löbergasse/AEZ wesentlich verbessert werden, wenn ausgehend von der Neugestaltung vor der Post und der Befahrbarkeit der Obergasse für Fahrräder diese bis zur Hofstatt gewährt werden könnte. Durch die „Hofstatt“ lässt sich die Hersfelder Straße gut erreichen, die ebenfalls in diese Richtung für den Radverkehr geöffnet werden muss. Mit einer klaren Beschilderung im Kreuzungsbereich Burgmauerweg/Pfarrwiesenweg ließe sich auf diesem Weg eine Radverkehrsverbindung zum Einkaufszentrum an der Löbergasse herstellen.

Grundsätzliche Forderungen

Um die Verkehrssicherheit aller „schwächeren“ Verkehrsteilnehmer/innen zu verbessern, werden diese Maßnahmen gefordert:

  • im Altstadtbereich die Wiedereinführung des Schritttempos in den inzwischen ausgezeichneten „verkehrsberuhigten Geschäftsbereichen“ (Tempo 20-Zonen).

  • Fahrradabstellanlangen, die diesen Namen verdienen, am Marktplatz, Schwimmbad, Carsharing-Parkplatz, an der Stadthalle, an allen Schulen und Kindergärten, in direkter Nähe des Bahnhofs, nicht nur am Busbahnhof.

  • Durch ein Hinweisschild in der Altenburger Straße wird dem Radverkehr bereits ein sicherer Weg zum Schwimmbad und zum Krankenhaus angezeigt. Das befürworten wir. Die Verbindung muss dafür aber unbedingt im Bereich des Erlenteichs ausgebaut werden.

  • Um das Straßensystem generell für den Radverkehr durchlässiger zu machen und damit Wege zu verkürzen, sollten alle Einbahnstraßen in Gegenrichtung für den Radverkehr geöffnet werden.

  • Maßnahmen zur Verbesserung des „Fahrradklimas“ in Alsfeld, wie beispielsweise Wettbewerbe für Hausbesitzer als „Radlerfreundliche Vermieter“, Stadterkundung mit dem Fahrrad für Neubürger/innen.

Mit diesen konzeptionellen Überlegungen wollen die beteiligten Menschen, die täglich mit dem Fahrrad die Situation in Alsfeld „erfahren“, einen Beitrag dazu leisten, diese zu verbessern. Sie und insbesondere die beiden eingangs genannten Verbände, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD), freuen sich auf eine Rückmeldung und beteiligen sich gern weiterhin an der Umsetzung von Maßnahmen für einen besseren und vor allem sichereren Radverkehr in Alsfeld.

Alsfeld, den 24. Mai 2016

Mirjam Kneußel

(ADFC Vogelsbergkreis)

Gerhard Kaminski

(VCD-Kreisverband Vogelsberg-Wetterau)

Messung in vollem Gange

Die Aktualität in Sachen Stickoxide und Dieselfahrverbot passt. Bundesweit wurden vom 1. Februar bis 1. März 2018 an 500 Messorten in Deutschland Sammelröhrchen angebracht. Genau am 1. März wurde auch in Alsfeld die Messung beendet. Die Sammelröhrchen wurden abmontiert und an ein zentrales Auswertlabor geschickt. In wenigen Wochen soll die Auswertung vorliegen. Man darf gespannt sein, was die Auswertung der vierwöchigen Messungen – nicht nur in der Alicestraße, sondern auch in der Schellengasse in Alsfeld – ergeben. „Wir sind sehr gespannt, was die Auswertung der 500 Messstellen in Deutschland ergibt – und wie die Luft in Alsfeld dabei abschneidet“, sagte Philipp Balles vom BUND.

Aber eines steht schon jetzt fest: Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes in Leipzig zur Aufnahme von Fahrverboten in die Luftreinhaltepläne von Stuttgart und Düsseldorf die Maßnahmen zur Kontrolle der Luft nachhaltig verdeutlicht. Dieselfahrzeuge tragen eben nicht zur Luftverbesserung bei! Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes ist für BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) und VCD (Verkehrsklub Deutschland) ein gutes Zeichen: jetzt muss schleunigst gehandelt werden – auch im Vogelsberg.

Endlich ist höchstrichterlich bestätigt, dass Kommunen zum Schutz der Gesundheit ihrer Bürger auch Fahrverbote erlassen dürfen. Es ist höchste Zeit wirksame Maßnahmen zur Luftreinhaltung zu organisieren – nicht nur in den großen Städten, sondern auch bei uns im Vogelsberg. „Das Urteil ist eine Ohrfeige für die Umwelt- und Verkehrspolitik der Bundesregierung und vieler Kommunen. Über lange Jahre waren die Gewinninteressen der Autohersteller das Maß der Dinge - Gesundheitsschutz und Lebensqualität sind dabei unter die Räder geraten.“ so Gerhard Kaminski vom VCD.


Radwege -Ausbau forcieren

Das Thema Luftreinhaltung und menschengerechte Verkehrspolitik geht aber nicht nur die großen Städte an. Eigenhändig hat der (damalige) hessische Verkehrsminister an der A 5 bei Alsfeld die Tempolimit-Schilder abgeschraubt. Mit dem Erfolg, dass seither Lärm, Staub und Abgase die Menschen wieder stärker belasten. Die Stadt Alsfeld hat in ihrer Innenstadt noch eins drauf gesetzt: erst vor wenigen Jahren wurde die zusammenhängende  „verkehrsberuhigte Innenstadt“ aufgegeben – im letzten Jahr wurden weitere „Spielstraßen“ in Tempo 20-Zonen „umgebaut“. „Radwege wurden ersatzlos gestrichen“, erklärte Gerhard Kaminski (VCD). ADFC, BUND und VCD haben ein Konzept für Verbesserungen erarbeitet und dem Magistrat übergeben. Die Umsetzung muss deutlich engagierter und zügiger erfolgen, als es bisher erkennbar ist.

Intelligente Lösungen sind gefragt

Wolfgang Dennhöfer vom BUND – Kreisverband Vogelsberg - zur Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes in Sachen Dieselfahrverbot weiter: „Die großen Städte, die Politik und die Manager der Auto-Hersteller hatten Zeit genug gehabt zu handeln.“ Die Richtlinie über Luftqualität und saubere Luft für Europa stammt vom 11. Juni 2008. Ihr Ziel war: die Luftverschmutzung so weit zu vermindern, dass von ihr keine inakzeptablen Auswirkungen für Mensch und Umwelt mehr ausgehen. In Deutschland ist das „eigentlich“ geltendes Recht. 10 Jahre hätten Industrie und Politik Zeit gehabt. Vor fast zweieinhalb Jahren kam dann der nächste „Warnschuss“ mit dem Diesel-Abgasskandal.“ Nun wird es höchste Zeit zu arbeiten.

Wie das gehen kann ist lange bekannt: wir brauchen eine intelligente Verkehrspolitik, die auf Mensch und Natur schaut – und nicht in erster Linie auf die Auto-Lobbyisten hört. Einigkeit herrscht darüber, dass blinder Aktionismus nichts bringt. Was wir jetzt brauchen ist eine saubere Lösung für die Belange der kleinen Leute. Es ist nicht zu vermitteln, dass ausgerechnet die Verbraucher die Zeche der Autohersteller zahlen sollen. Gerade für den ländlichen Raum, indem die übergroße Mehrheit der Menschen auf das Auto angewiesen ist, muss eine gute Lösung erarbeitet werden. Diese muss nicht nur das Auto im Blick haben (zum Beispiel durch den Umstieg auf Elektrofahrzeuge), sondern vor allem die umweltfreundlichen Mobilitätslösungen wie Bus- und Bahnverbindungen und den Fahrrad- und Fußverkehr., Eine intelligente Verkehrslenkung für den PKW-und LKW-Verkehr kann ebenfalls einen Beitrag zur Entlastung von Lärm und Abgasen leisten.



Beitrag zur Luftreinhaltung: Arbeitsplätze im ländlichen Raum

Für den Vogelsberg gehört, nach Worten von Dr. Wolfgang Dennhöfer auch dazu: „Arbeitsplätze müssen aus dem Ballungsraum Rhein-Main ins Umland verlagert werden und Kosten der verfehlten Verkehrspolitik dürfen nicht alleine den Pendlern aufgedrückt werden“.

 

Saubere Luft in Alsfeld? - BUND und VCD installieren Messröhrchen für die Klarheit der Stickstoffdioxidbelastung in der Alicestraße -

BUND Vogelsberg

Die Kreisverbände von BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz und VCD (Verkehrsclub Deutschland) haben am Donnerstag, Sammelröhrchen in der Alicestraße in Alsfeld befestigt. Sie sollen Klarheit über die Stickoxidbelastung vor Ort bringen.

Für einen Zeitraum von 4 Wochen wird eine Permanentluftmessung durchgeführt. Diese Messung erfolgt im Rahmen einer Initiative der Deutschen Umwelthilfe. Bundesweit sind an 500 Messorten Sammelröhrchen angebracht. Sie werden im März wieder abgenommen und an ein zentrales Auswertelabor geschickt. Die Ergebnisse werden im Frühjahr erwartet.

Vom 1. Februar bis zum 1. März 2018 wird im Straßenverkehrsknotenpunkt Alsfeld die Luftbelastung gemessen. Alsfeld ist an zahlreiche Bundesstraßen angeschlossen: Die B49, B62 und B254 sowie die A5 haben direkten Einfluss auf die Luftqualität der Stadt. Gerhard Kaminski vom VCD dazu: „Jeder Anwohner weiß dass täglich zehntausende Laster und PkW durch das Stadtgebiet auf den Straßen fahren. Zu Stoßzeiten stehen die Autos in langen Schlangen vor den zahlreichen Ampeln, erst recht wenn die Autobahn gesperrt ist.“

In welchem Zustand sich die Luftqualität befindet, ist bislang unklar. „Die Stickoxidbelastung ist ein wichtiger Wert bei der Bewertung der Luftqualität. Es ist bewiesen, dass Stickoxide Atemwegserkrankungen befördern und das Herz-Kreislauf-System belasten.“, ergänzt Philipp Balles vom BUND.

Zur Bewertung der Luftqualität sind Messungen wichtig. Neben den Stickoxiden werden Kohlenmonoxid, Feinstaub und Ozon an ausgewählten Punkten in großen hessischen Städten erfasst. In Alsfeld gibt es eine solche Messstation bislang nicht. eine Übersicht des Landesmesswertenetzes zeigt im gesamten Vogelsberg keinen einzigen Punkt zur Erfassung der Lufimmissionen. Die jetzt laufenden Messungen können als Grundlage für weitere Bewertungen der Luft dienen.

   

Windkraftanlagen im Stadtgebiet Alsfeld – Angst vor Beton-Fundamenten oder Bürger-Beteiligung?

Im Vogelsberg gibt es derzeit eine neue Variante der Windkraft-Besorgnis: Schwermetallaustrag aus den Fundamenten könnte Trinkwasser gefährden. Da geht es doch um Beton oder genauer gesagt, um den verwendeten Zement. Und Betonelemente sind bisher nicht unbedingt als hochgiftige Gefahrenquelle für Trinkwasserbrunnen bekannt gewesen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) will nicht verharmlosen: unser Trinkwasser muss geschützt werden. Die Aufsichtsbehörden und die Stadt müssen dafür sorgen, dass unser Wasser sauber bleibt. Als Verursacher war bislang die Landwirtschaft im Fokus. Es muss jedoch auch sichergestellt werden, dass saures Wasser keine Schwermetalle aus Fundamenten von Windrädern, Brücken, Einfamilienhäusern, Wohnblocks, Industriegebäuden, von immer noch betongefertigten Abwasserrohren und manchen Autobahnen in die Brunnen trägt. Strengste Einhaltung aller Wasserschutzvorschriften ist von elementarer Bedeutung. Standorte für Windkraftanlagen sind nur dann in Wasserschutzgebieten akzeptabel, wenn die sichere Einhaltung aller Vorgaben vom Bau der Anlage über die komplette Betriebsphase einschließlich Abbau der Anlage gewährleistet ist.

Dabei aber darf die Realität nicht aus den Augen gelassen werden! Die Vertreter des RP berichteten beim öffentlichen Termin in der Stadthalle am 22.9.16, dass die Schwermetall- Problematik bei den Genehmigungsverfahren Beachtung findet und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Für die Windkraftanlagen wird –laut RP- die Verwendung chromatarmen Zements in den Wasserschutzgebieten vorgeschrieben.

Die wirklichen Dreckschleudern unter den Stromerzeugern sind nicht die Windräder, sondern deren Alternative: die Kohle-Kraftwerke. Unser nächstgelegenes Steinkohlekraftwerk Staudinger produzierte im Jahr 2010 2.700 Tonnen Stickoxide, 660 Tonnen Schwefeloxide, 70 Tonnen Feinstaub, 45 kg Quecksilber, 19 kg Cadmium, 130 kg Nickel, mehr als 200 kg Blei, 113 kg Arsen und 192 kg Chrom. Deutschlands Kohlekraftwerke blasen jährlich etwa sieben Tonnen des giftigen Schwermetalls Quecksilber in die Luft und liegen damit in der EU ganz vorne mit Polen und Griechenland.

Vergleichsweise ist da doch die Verwendung von Zement im Fundament der Windkraftanlagen eine eher geringe Gefahrenquelle.

Ein Atomkraftwerk in nächster Nachbarschaft zu haben, wäre auch nicht gerade verlockend – der Vogelsberg wäre als strukturschwache Region sicherlich vor einigen Jahrzehnten für einen Bau in Frage gekommen – wenn die Bäche hier groß genug gewesen wären, um einen Reaktor auch kühlen zu können.

Mit einem Vogelsberg ohne Windräder ist zumindestens für die nächsten 30 Jahre nicht zu rechnen. Die Frage ist, wie man sich dazu positioniert: So mancher Bürger und manche Bürgerin freut sich beim Anblick von Windrädern, dass im Vogelsberg innovative Stromerzeugung stattfindet, die die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas ablöst. Und sie sind auch stolz darauf, dass unsere Region einen beträchtlichen Beitrag leistet, der Erderwärmung entgegenzuwirken. Das könnte gerade dann funktionieren, wenn eine emotionale oder finanzielle Verbindung zu den Anlagen besteht. Das Interesse, den Hochglanz-Vorstellungen der Projektierer und Verwaltungsmitarbeiter zuzuzuhören, bleibt entsprechend gering. Schade eigentlich - Bürgerbeteiligung wurde bei den vor einigen Tagen in der Versammlung vorgestellten Anlagen nur ganz am Rande erwähnt.


 

Kuh-Vortrag
Kuh-Vortrag

Die Kuh ist kein Klimakiller

Glyphosat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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