BUND Kreisverband Vogelsberg

Phosphat in Vogelsberger Gewässern

Fakten zur aktuellen Situation

blaue Libelle auf grünem Blatt Libelle am Stausee Angenrod  (Walter Märkel)

Unsere Gewässer sind mit Phosphat belastet. Dieses Phosphat kommt im Wesentlichen in zwei Kategorien vor. Erstens als Ortho-Phosphat (dem Salz der Phosphorsäure), das im Wasser gelöst ist und von den Pflanzen sehr gut aufgenommen werden kann. Zweitens gibt’s  Phosphat als schwerlösliches Polyphosphat und an Partikel gebunden, zum Beispiel an Boden – Partikel. Von dort wird es je nach Wasser- Chemie wieder freigesetzt.

Wofür ist Phosphat nützlich?

Phosphat ist erst mal wichtig für den Knochenstoffwechsel, den gesunden Knochenauf- und umbau. Es wird – auch bei unseren Nutztieren – mit Urin und Stuhl ausgeschieden.

Ansonsten wird es in der Hauptsache genutzt als Dünger, als Enthärter bei Wasch- und Geschirrspülmitteln, als Lebensmittelzusatzstoff z.B. in Cola oder Schmelzkäse, als Korrosionsschutz und Flammschutz.

Wie ist das in Hessen mit dem Phosphat?

Im Großen und Ganzen hat die Phosphatbelastung in den hessischen Fließgewässern in den letzten 20 Jahren deutlich abgenommen. Das Dumme ist: schon sehr kleine Phosphat-Konzentrationen  können in stehenden Gewässern üble Probleme verursachen.

Auch im Vogelsbergkreis ist die Gewässerqualität der meisten kleinen und größeren Fließgewässer in den letzten 30 Jahren deutlich besser geworden. An vielen Stellen kann man wieder die hübschen blauen Prachtlibellen entdecken, und manchmal auch die seltenen Quelljungfern. Das sind Libellen, die nur in sauberen Bächen überleben.

Warum ist Phosphat in Gewässern ein Problem?

Sobald dieses scheinbar saubere Wasser zum Stehen kommt, sehen wir: es sind immer noch zu viele Pflanzennährstoffe drin. Es bilden sich „Wasserblüten“ aus winzigen grünen Algen und Blaualgen – und die Wasserqualität nimmt rapide ab bis hin zum Badeverbot und zum Fischsterben. Beispiele dafür gibt es rings um

hier gehts zum kompletten Text

WD/UB 01.06.2024

Von Querdern und Neunaugen

kleine aalähnliche Fische im Bett der Lauter Bachneunauge Lauter  (Martin Krauß)

BUND freut sich über seltenes Schauspiel: Neunaugen-Hochzeit in der Lauter.

PM vom 28.04.2022

Sie gehören zu den faszinierendsten Bewohner unserer Fließgewässer: die Bachneunaugen. Und in der Lauter sind sie zuhause, mitten in Lauterbach. Martin Krauss vom BUND Vogelsberg hat sie photographiert. Ein Bekannter hatte ihn alarmiert wegen der „Aale“ bei den Schrittsteinen. Rasch war klar: “Es waren keine Aale, sondern etwas viel aufregenderes: eine Hochzeitsgesellschaft der seltenen Bachneunaugen !“ so Wolfgang Dennhöfer vom BUND. „Die Zoologen rechnen die Bachneunaugen zu den „Rundmäulern“. Das ist eine sehr altertümliche Gruppe von ursprünglichen Wirbeltieren. Seit  350 Millionen Jahren haben sie ihre Gestalt kaum verändert. Mit unseren „echten“ Fischen und mit den Knorpelfischen (Haie und Rochen) sind sie nur sehr entfernt verwand. Besonders faszinierend ist ihre Lebensweise.  Jahrelang kriegt niemand sie zu sehen: sie leben als Larven verborgen im Lückensystem des Gewässer-Grundes. Diese sogenannten Querder haben keine Augen und filtrieren mit ihren Kiemen kleine Organismen und organisches Material aus dem Wasser, so wie die Muscheln das tun. „Im letzten Herbst geschah dann die Verwandlung“ so Dennhöfer weiter:“aus den wurmartigen Querdern wurden fischartige Tiere mit Augen und Flossen. Die fressen nicht mehr und haben nur noch einen Lebenszweck: die Paarung“.  Die war dann in der letzten Woche in Lauterbach zu beobachten: Ganze Bündel von grau und silbern schimmernden Bachneunaugen knäulten sich im flachen Wasser knapp unterhalb der „Schrittsteine“. Martin Krauss, der glückliche Fotograf schreibt dazu: „Fotografieren war sehr knifflich, das spiegelt wie verrückt, aber mit Photoshop kriegt man es ganz gut raus.“.

Zum Bach-Spaziergang an der Lauter hatte der BUND am Sonntag den 6.03. eingeladen. Zusammen mit  etwa 30 Interessierten erkundeten damals die Naturschützer unter Führung von Kathrin Jacob den kleinen Fluss im Herzen der Kreisstadt.  Dabei ging es, so Dennhöfer, um zweierlei: „Um das vielfältige Leben im Wasser und um das Fluss-Erleben in der Stadt. Dass es die Neunaugen noch gibt spricht für die gute Wasserqualität. Wir bitten alle Verantwortlichen mit der Bach-Renaturierung im Vogelsberg weiter zu machen.  Auch in anderen kleinen Bächen lohnt es sich in diesen Tagen genau hinzuschauen. Bachneunaugen sind ziemlich klein, etwa 20 cm lang und dünner als ein kleiner Finger.“ Lampetra planeri, so der wissenschaftliche Name des Bachneunauges  gehört zu den Kieferlosen und besitzt anstelle eines Kiefers ein rundes Maul mit „Saugplatte“. Sieben Kiemenlöcher auf jeder Seite plus Auge und Nasenloch haben einst zum Namen „Neunaugen“ geführt.

(Bild: Martin Krauss, Text WD)

FluSSSpaziergang des BUND

Die Lauter zwischen Naturschutz und Stadtentwicklung

Die Lauter zwischen Schrittsteinen und Mondanibrücke

Was hat es mit den Elritzen auf sich? Und wieso landet hier auf einmal der Schwarzstorch? Warum wird die Lauter nicht mehr gestaut und ist der Vogel, der auf diesem Inselchen steht, wirklich eine Gans?

Weitere Fragen sind aktuellerer Natur: Wie wäre es mit einem Zugang zum Fluss am Rastplatz hinter der Polizeiwache? Und muss das idyllische Wildblumengärtchen hinter dem "Entennest" wirklich einer Betontreppe weichen? Und wie wäre es mit einem Wasserspielplatz in der Nähe der Kneippanlage? Kennt die überhaupt jemand? Auf welche Weise können Naturschutz- und Stadtmarketingaspekte an der Lauter vereinbar sein?

Wissenswertes um die Lauter und ihre Bewohnerinnen und Bewohner erwarten Interessierte während eines Spaziergangs rundum den Fluss, der unserer Stadt seinen Namen gab.

Der Spaziergang wird im Auftrag des BUND von Katharina Jacob durchgeführt. Wir treffen uns am Sonntag, dem 06. März um 14:00 Uhr an den Schrittsteinen (für's Navi: Am See 26 in 36341 Lauterbach); der Spaziergang ist kostenlos und dauert etwa zwei Stunden.

Neu: Neunaugen-Hochzeit in der Lauter - siehe Themen und Projekte/ Lebendige Lauter

Zukunftsplan Wasser

Pressemitteilung der Schutzgemeinschaft Vogelsberg zu umweltschonender Grundwassergewinnung vom 25.11.2023

Bachlauf im Winter, mit verschneiten Häusern an den Seiten Lauterbach  (Martin Krauß)

Wasserlauf

zur Niddaquelle am 16.07.2022

  • Am 16. Juli 2022 gab´s einen „Wasserlauf“  entlang der Nidda. 
  • Für viele Menschen war das der Tag, um gemeinsam ein Zeichen für die dringend nötige  Veränderung im Wassermanagement in Hessen zu setzen! Startpunkt war der Flugplatz Bonames in Frankfurt um 9 Uhr, von dort aus wurde  in 5 Etappen das Wasser in den Vogelsberg getragen und der Nidda-Quelle zurückgegeben.
  • Wir, der BUND und viele Vogelsberger Naturschützer  waren am Niddastausse/ Schotten mit Infoständen präsent (besonderen Dank an die Freunde vom  NABU die uns an ihrem Stand haben teilhaben lassen).
  • Der Wasserlauf-2022 ist ein Kooperationsprojekt. Alle zusammen wollen wir auf die dringend notwendigen Veränderungen in der Wasserversorgung und auf die besorgniserregende Situation im Vogelsberg aufmerksam machen.  Während der Vogelsberg Frankfurt zu ca. 35% mit Wasser versorgt, haben wir  inzwischen bis zu 70% unserer Quellen verloren.
  • https://www.youtube.com/watch?v=k1lQngRX6kI; www.wasserlauf-2022.de
  • Schutzgemeinschaft Vogelsberg:    https://www.sgv-ev.de/

Maßnahmen am Eisenbach bei Lauterbach

Bei einer Wanderung entlang des Eisenbachs mit den Lauterbacher und Kreis- Grünen wie MdLs Goldbach (VB), Wagner (=Fraktionsvorsitzender) und Hofmann (Fulda) und dem BUND sind einige Themen zur Sprache gekommen wie z.B. die Photovoltaikanlage bei Eisenbach. Näheres dazu in folgender pdf-Datei.