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BUND Kreisgruppe Vogelsberg

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Das Repaircafé gibt es auch im Vogelsberg

Im Alsfelder Ortsteil Billertshausen kann man Gegenstände zusammen mit erfahreren Helfern raparieren und so vermeinden, Ressourcen für neue Geräte zu verschwenden.

 

Es werden insbesondere Helferinnen und Helfer gesucht, die Handy- und Tablet-Displays auswechseln können.

Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft (EVG)

Du möchtest Gemüse und Obst aus der Region statt Ware aus Übersee essen und den Verein von Markus Pfeiffer unterstützen? Dann klicke auf den Link, um nähere Informationen zu bekommen.

Vegan ab Feld geht auch: Biozyklisch-veganer Anbau

Von Anja Bonzheim

Im Ökolandbau ist die Tierhaltung und die Verwendung tierischer Exkremente zur Düngung Gang und Gäbe. Mehr und mehr Menschen verzichten jedoch aus ethischen Gründen auf Lebensmittel tierischen Ursprungs und beklagen die wirtschaftliche Tierhaltung. Etwa ein Viertel der deutschen Biobetriebe wirtschaften viehlos, halten also selbst keine oder sehr wenige Nutztiere. Zur Düngung der Kulturen kaufen sie jedoch häufig Mist, Gülle, Jauche etc. zu oder verwenden organische Handelsdünger tierischer Herkunft. Diese Pelletdünger bestehen aus Horn-, Haar-, Feder-, oder Blutmehl und sind schlicht die Abfälle aus den konventionellen Schlachthöfen dieser Welt. Oft enthalten sie Antibiotikarückstände, kommen aber im ökologischen Gemüsebau trotzdem häufig zum Einsatz. Wer sich gesund ernähren möchte, hält davon vermutlich wenig.

Zudem wird hinsichtlich der Klimaschutzdebatte im deutlicher, dass die Landwirtschaft und vor allem der Sektor der Tierhaltung immens den Klimawandel befördert. Wege, Kohlenstoff zu binden, sowie Methan und Lachgas einzusparen, die um ein Vielfaches klimaschädlicher sind als CO2, müssen her.

Über eine neue Form der Landbewirtschaftung informiert der 2016 gegründete gemeinnützige Verein „Biozyklisch-Veganer Anbau e.V.“. Biozyklisch-vegan, das meint eine Form des ökologischen Landbaus, in welchem Nährstoffkreisläufe anders geschlossen werden: statt Gülle, Jauche oder Hornmehl kommen hier pflanzliche, lang gelagerte Komposte bis hin zu Humuserde, Gründüngung und Mulchen mit Kleegras sowie andere Techniken der rein pflanzlichen Düngung zum Einsatz. Die wirtschaftliche Tierhaltung sowie die Verwendung von Betriebsmitteln tierischer Herkunft ist nicht erlaubt. Vegan ab Feld sozusagen. Zudem wird großer Wert auf die Förderung der Artenvielfalt und einen eher vorbeugenden Pflanzenschutz durch Blühstreifen, Pufferzonen und Nützlingshabitate gelegt. Mischkulturen, Zwischenfrüchte und weite Fruchtfolgen sorgen für ein stabiles Gleichgewicht und eine Erhaltung bzw. Wiederherstellung natürlicher Kreisläufe. Ein wichtiges Ziel biozyklisch-veganer Bewirtschaftung ist außerdem der Bodenschutz und die Sicherstellung einer langfristigen Bodenfruchtbarkeit durch den Aufbau von Dauerhumus. Biozyklisch-veganer Anbau ist also nicht nur ökologisch sinnvoll, es beugt zudem dem voranschreitenden Klimawandel vor, indem Kohlenstoff stabil in der Humuserde gebunden wird.

Seit letztem Jahr können Verbraucher*innen leichter erkennen, ob das Gemüse, das sie kaufen, vegan angebaut wurde, oder nicht. Das Siegel „biozyklisch-veganer Anbau“ garantiert, dass der Erzeugerbetrieb nach den „Biozyklisch-Veganen Richtlinien“ gewirtschaftet und sich einem Audit durch eine anerkannte Bio-Kontrollstelle unterzogen hat. Dies ist seit der Aufnahme der Anbaurichtlinien in die IFOAM Family Of Standards Ökobetrieben weltweit möglich. Betriebe, die biozyklisch-vegan produzieren, gibt es in Deutschland bisher zwei, einige Umstellungen sind geplant. In Griechenland sind es schon über 60 kleinbäuerliche Familienbetriebe, ein Frankreich hat sich kürzlich ein Weingut zertifizieren lassen. Aufgabe des o.g. Vereins ist es auch, die an einer Umstellung interessierten oder bereits biozyklisch-vegan wirtschaftenden Betriebe im deutschsprachigen Raum zu beraten und den biozyklischen Betriebsindex vor Ort aufzunehmen, bevor dann die Biokontrollstelle Ceres die eigentliche Kontrolle durchführt. Gespräche mit dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und die Aufklärung und Sensibilisierung von Verbraucher*innen über das neue Siegel gehören ebenso zum Aufgabenbereich des Biozyklisch-Veganen Anbau e.V.

Mitglied im Verein „Biozyklisch-Veganer Anbau e.V.“ werden kann jede*r. Bisher hat der Verein ca. 50 Mitglieder, die sich aus engagierten Privatpersonen, Biofirmen, landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Betrieben sowie anderen Organisationen aus Tierschutz und Naturschutz zusammensetzen. Da sich die Arbeit im Moment lediglich aus Mitgliedsbeiträgen finanziert, ist eine (Förder-) Mitgliedschaft der effizienteste und einfachste Weg, uns zu unterstützen. Mehr Informationen sind auf unserer Homepage: www.biozyklisch-vegan.de oder unserer Facebookseite zu finden.

 

 

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