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BUND Kreisgruppe Vogelsberg

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SoLaWi - Solidarische Landwirtschaft

Regionalen Obst- und Gemüseanbau in Schwalmtal-Brauerschwend fördern

Markus Pfeifer lädt zur Gründung einer SoLaWi ein, einer Gemeinschaft in der wir als Gärtner, Landwirte, Imker, Naturschützer und Verbraucher gemeinsam erarbeiten, wie (unsere) Lebensmittel erzeugt werden und dabei jederzeit die Möglichkeit haben, mitzubestimmen und Verantwortung zu übernehmen. Die Zerstörung unserer Trinkwasservorräte (z.B. Gülle und Klärschlamm
zum Verzehr), der Artenvielfalt (z.B. wie ein Landwirtschaftminister Aufsichtsrat wurde), die Generierung von Hungerlöhnen (z.B. rumänisches Biogemüse), die Abholzung von Wäldern und Vernichtung von Kleinbetrieben (z.B. Soja-Plantagen in Südamerika), die Verseuchung von Gewässern (z.B. Lachszucht in Chile) u.v.m. können wir somit aktiv umgestalten.


Was ist SoLaWi (solidarische Landwirtschaft)

Eine Gemeinschaft von Verbrauchern erstellt ein Konzept für einen Landwirt oder Gärtner, wie die gewünschten Lebensmittel erzeugt werden sollen. Alternativ kann ein Landwirt oder Gärtner für seine Produktionsstätten Verbraucher suchen, die sich seinen Herstellungsweisen anschließen, d.h. eine SoLaWi ist nicht zwansläufig ökologisch, vegan o.a.. Die SoLaWi ist immer transparent, d.h. Arbeitsweisen und Arbeitsmittel sind den Verbrauchern bekannt und jederzeit einsehbar. Die SoLaWi kommt erst dann zustande, wenn ausreichend Verbraucherbeiträge vorhanden sind, um den Lebensunterhalt und Lebensstand der Landwirte und Gärtner sowie den Erhalt und Erwerb der Produktionsmittel zu sichern und die mit ausreichenden Kapazitäten den Verbraucherbedarf decken können. Die SoLaWi ist selbsttragend und hat kein Interesse an irgendwelchen Ausbeutungsstrategien. Die Einkommen werden für das laufende Geschäftsjahr festgelegt. Das kann z.B. auch den Urlaub der Hersteller beinhalten. Zusätzliche Erträge sind Sache der Gemeinschaft.


Stand der Dinge

Markus Pfeifer hat einen kleinen Acker (¼ ha) und einen großen Kräutergarten. Ferner stehen vermutlich Gewächshäuser einer ehemaligen Gärtnerei zur Verfügung. Die Ackerflächen möchte er mit Pferdepfluggeräten bearbeiten. Außerdem hat er einen Wendepflug, einen Häufelpflug, einen Grubber, einen Häufler mit Gänsefüßen und eine Motorseilwinde. Sie brechen gerade die zubetonierten Beete auf.  Die Beton-Bruchstücke können dann für die Wege in den Freilandbeeten verwendet werden. Das ist schwere Arbeit. Die Beete im Gewächshaus müssen dann noch bestellt werden. Das kann wieder mit der Seilwinde gemacht werden.

Was könnte angebaut werden?

Sein Team plant weiter mit Tomaten, Paprika, Salat und versucht sich mit Exoten (Auberginen, Moringa, Luffa, Maca, Cystus u.a.). Der Freilandacker ist auch zu bestellen. Dort sollen überwiegend wieder Stangenbohnen und Gurken, Erbsen und Mais, Kartoffeln, Wurzelgemüse, Fenchel, Zucchini, Kräuter sowie Kürbisse in Mischkultur mit Blütenpflanzen angebaut werden. 


Der Weg dorthin

Eine zu kleine Gemeinschaft wird den Lebensunterhalt der Hersteller wohl nicht
beisteuern wollen. Dann wäre es noch keine SoLaWi, sondern ein
Dorfgemeinschaftsgarten o.ä., der bestrebt ist zu wachsen, also seine Aktivitäten und die Mitgliederzahlen zu erhöhen.


Was kostet es?

Zunächst wäre die Gründung eines Vereins hilfreich. Dies würde uns ermöglichen, auch Nahrungsmittel aus Zucht und Züchtung nach den Ideen der Direktvermarktung zu verkaufen und wäre bei der Generierung von Veranstaltungen hilfreich. Ein Mitgliedsbeitrag könnte bei 5.- Euro beginnen.

Für weitere Infos oder gleich einen Besuch:

Markus Pfeifer
Hainersweg 18
36318 Schwalmtal

pfeifermarkus@ymail.com 

 

 

 

 

 

Vegan ab Feld geht auch: Biozyklisch-veganer Anbau

Von Anja Bonzheim

Im Ökolandbau ist die Tierhaltung und die Verwendung tierischer Exkremente zur Düngung Gang und Gäbe. Mehr und mehr Menschen verzichten jedoch aus ethischen Gründen auf Lebensmittel tierischen Ursprungs und beklagen die wirtschaftliche Tierhaltung. Etwa ein Viertel der deutschen Biobetriebe wirtschaften viehlos, halten also selbst keine oder sehr wenige Nutztiere. Zur Düngung der Kulturen kaufen sie jedoch häufig Mist, Gülle, Jauche etc. zu oder verwenden organische Handelsdünger tierischer Herkunft. Diese Pelletdünger bestehen aus Horn-, Haar-, Feder-, oder Blutmehl und sind schlicht die Abfälle aus den konventionellen Schlachthöfen dieser Welt. Oft enthalten sie Antibiotikarückstände, kommen aber im ökologischen Gemüsebau trotzdem häufig zum Einsatz. Wer sich gesund ernähren möchte, hält davon vermutlich wenig.

Zudem wird hinsichtlich der Klimaschutzdebatte im deutlicher, dass die Landwirtschaft und vor allem der Sektor der Tierhaltung immens den Klimawandel befördert. Wege, Kohlenstoff zu binden, sowie Methan und Lachgas einzusparen, die um ein Vielfaches klimaschädlicher sind als CO2, müssen her.

Über eine neue Form der Landbewirtschaftung informiert der 2016 gegründete gemeinnützige Verein „Biozyklisch-Veganer Anbau e.V.“. Biozyklisch-vegan, das meint eine Form des ökologischen Landbaus, in welchem Nährstoffkreisläufe anders geschlossen werden: statt Gülle, Jauche oder Hornmehl kommen hier pflanzliche, lang gelagerte Komposte bis hin zu Humuserde, Gründüngung und Mulchen mit Kleegras sowie andere Techniken der rein pflanzlichen Düngung zum Einsatz. Die wirtschaftliche Tierhaltung sowie die Verwendung von Betriebsmitteln tierischer Herkunft ist nicht erlaubt. Vegan ab Feld sozusagen. Zudem wird großer Wert auf die Förderung der Artenvielfalt und einen eher vorbeugenden Pflanzenschutz durch Blühstreifen, Pufferzonen und Nützlingshabitate gelegt. Mischkulturen, Zwischenfrüchte und weite Fruchtfolgen sorgen für ein stabiles Gleichgewicht und eine Erhaltung bzw. Wiederherstellung natürlicher Kreisläufe. Ein wichtiges Ziel biozyklisch-veganer Bewirtschaftung ist außerdem der Bodenschutz und die Sicherstellung einer langfristigen Bodenfruchtbarkeit durch den Aufbau von Dauerhumus. Biozyklisch-veganer Anbau ist also nicht nur ökologisch sinnvoll, es beugt zudem dem voranschreitenden Klimawandel vor, indem Kohlenstoff stabil in der Humuserde gebunden wird.

Seit letztem Jahr können Verbraucher*innen leichter erkennen, ob das Gemüse, das sie kaufen, vegan angebaut wurde, oder nicht. Das Siegel „biozyklisch-veganer Anbau“ garantiert, dass der Erzeugerbetrieb nach den „Biozyklisch-Veganen Richtlinien“ gewirtschaftet und sich einem Audit durch eine anerkannte Bio-Kontrollstelle unterzogen hat. Dies ist seit der Aufnahme der Anbaurichtlinien in die IFOAM Family Of Standards Ökobetrieben weltweit möglich. Betriebe, die biozyklisch-vegan produzieren, gibt es in Deutschland bisher zwei, einige Umstellungen sind geplant. In Griechenland sind es schon über 60 kleinbäuerliche Familienbetriebe, ein Frankreich hat sich kürzlich ein Weingut zertifizieren lassen. Aufgabe des o.g. Vereins ist es auch, die an einer Umstellung interessierten oder bereits biozyklisch-vegan wirtschaftenden Betriebe im deutschsprachigen Raum zu beraten und den biozyklischen Betriebsindex vor Ort aufzunehmen, bevor dann die Biokontrollstelle Ceres die eigentliche Kontrolle durchführt. Gespräche mit dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und die Aufklärung und Sensibilisierung von Verbraucher*innen über das neue Siegel gehören ebenso zum Aufgabenbereich des Biozyklisch-Veganen Anbau e.V.

Mitglied im Verein „Biozyklisch-Veganer Anbau e.V.“ werden kann jede*r. Bisher hat der Verein ca. 50 Mitglieder, die sich aus engagierten Privatpersonen, Biofirmen, landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Betrieben sowie anderen Organisationen aus Tierschutz und Naturschutz zusammensetzen. Da sich die Arbeit im Moment lediglich aus Mitgliedsbeiträgen finanziert, ist eine (Förder-) Mitgliedschaft der effizienteste und einfachste Weg, uns zu unterstützen. Mehr Informationen sind auf unserer Homepage: www.biozyklisch-vegan.de oder unserer Facebookseite zu finden.

 

 

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